Freitag, 12. Juni 2015

Rezension: Kräuter von Tanja Grandits

Wenn ich an Tanja Grandits denke, dann fallen mit sofort Gerichte ein, die nicht nur grandios schmecken, sondern auch ein Farbkonzept haben. Ich besitze alle ihre Kochbücher und schätze mich sehr glücklich, dass ich bereits einmal bei ihr gegessen habe. Auf ihr neues Kochbuch "Kräuter" war ich sehr gespannt und am meisten hat mich gefreut, dass der AT-Verlag es im gleichen Stil wie das letzte Buch "Gewürze" gehalten hat.

Ihre Kochlehre machte Tanja Grandits in der Traube Tonbach im Schwarzwald. Danach zog es sie nach London in das Hotel Claridge's, wo sie den Umgang mit asiatischen Aromen erlernte. Die nächste Station war das Château de Montcaud in Südfrankreich, wo sie den Küchenchef René Graf kennen lernte und später heiratete. 2001 eröffneten die beiden ihr erstes Restaurant in der Schweiz. Als 2008 in Basel ein neuer Pächter für das legendäre Restaurant von Hans Stucki gesucht wurde, ergriffen die beiden diese Chance. Mit ihrer kreativen Küche, bei der sie Aromen, Farben und Texturen wie ein Künstler kombiniert wurde sie mit 18 Punkten Gault Millau und 2 Michelinsternen ausgezeichnet. Die Aromenküche ist ihr Markenzeichen und sie ordnet jedem Gericht ein Hauptaroma und eine Hauptfarbe zu. Dazu kombiniert Zutaten, die in Geschmack und Farbe passend sind. Seit zwei Jahren sind über ihren Delikatessen-Shop auch feine Köstlichkeiten für daheim erhältlich und mit "Kräuter" veröffentlichte sie ihr fünftes Kochbuch.




Nach ein paar grundsätzlichen Informationen über die Verwendung von Kräutern in der Küche, werden die 40 unterschiedlichen Kräuter in Wort und Bild vorgestellt. Interessant ist dabei die Gruppierung in "milde", "süße", "zitrusartige saure", "anisartige", "bittere herbe" und "würzige" Kräuter. Diese Zuordnung bietet auch viel Inspiration, um selbst kreativ zu werden und Kräuter zu kombinieren.

Das Buch ist optisch sehr schön gestaltet und jedes Kapitel wird mit einer Zeichnung eines Krauts und einem kleinen Einführungstext gestartet. Das gilt für die Vorstellung der Kräuter und die Rezeptkapitel.

Die Rezeptkapitel folgen dem Verlauf eines Menüs. Es startet mit dem "Aperitif" und geht über "Salat", "Suppe" und "Fisch" zum Hauptgang. Der kann mit "Fleisch" oder "Vegetarisch" sein. Den Abschluss machen "Dessert", "Gebäck" und "Getränke". Ergänzt wird das mit "Basics" und einem alphabetischen Rezeptverzeichnis.

Für jedes Rezept steht eine Doppelseite zur Verfügung. Links ist das Rezeptbild und rechts die Zutatenliste mit der Zubereitungsanweisung. Die Fotos sind zu meiner großen Freude schlicht gehalten. Keine unnötigen Deko-Artikel lenken von den schön angerichteten Speisen ab. So ist die Anrichtweise gut zu sehen und man kann daraus lernen. Das Blättern im Buch wird dadurch sehr verführerisch, da die Gerichte sehr ansprechend sind und man am liebsten jedes Rezept ausprobieren möchte.

So wurde die Auswahl von drei Rezepten sehr schwierig für mich. Ich habe mich dann davon leiten lassen, welche Zutaten aktuell gut erhältlich sind. Die meisten Zutaten sind im gut sortierten Supermarkt bzw. Asia-Laden einfach zu bekommen. Nur wenige Sachen erfordern etwas mehr Recherche und Spezialläden. Trotzdem sind die Gerichte anspruchsvoll, benötigen aber nicht den Maschinenpark einer professionellen Küche.

Alle drei Rezepte haben bestens funktioniert und der Rezepttext war gut verständlich. Die Liebstöckel-Quinoa-Cracker, bei denen ich die größten Zweifel hatte, ob sie sich verbinden, wurden wirklich knusprige Stückchen. Optisch bin ich leider gar nicht an das Foto im Buch hin gekommen. Ich vermute, dass man das in größeren Mengen machen muss, um ein besseres Ergebnis beim Mixen zu bekommen. Geschmacklich waren alle drei Rezepte ein absolutes Highlight und ich würde diese Gerichte auch jederzeit anspruchsvollen Gästen servieren.




Jakobsmuschel Limetten Tataki mit Petersilienwurzel und Minzöl











Kalbsrücken mit Pistazien Polenta und Estragonöl


Fazit:
Wo Tanja Grandits drauf steht, ist Tanja Grandits drin. Auch beim fünften Buch haben die Rezeptideen und die -umsetzung nichts von ihrer Qualität eingebüßt. Wer die anderen Bücher von ihr schätzt, kommt an diesem nicht vorbei. Es ist besonders gut geeignet für Hobbyköche, die Spaß daran haben, anspruchsvollere Gerichte zu kochen, ohne sich bei den Zutaten oder dem Equipment mit unlösbaren Problemen konfrontiert zu sehen. Der ambitionierte Hobbykoch findet hier viel Inspiration und auch der weniger erfahrene Hobbykoch kann sich an solche Rezepte wagen.

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