Seit Yotam Ottolenghi sein erstes Kochebuch "Ottolenghi: Das Kochbuch" veröffentlicht hat, ging es mit seiner Bekanntheit steil bergauf. Bereits das zweite Buch "Genussvoll vegetarisch" war in aller Munde. Die Bücher brachten moderne, orientalische Gerichte in unsere heimischen Küchen. Als große Liebhaberin der orientalischen Küche war ich immer an seinen Bücher interessiert.
Der gebürtige Israeli Ottolenghi studierte in Tel Aviv Philosophie und schloss mit einem Master ab. Anstatt der geplanten Promotion entschied er sich 1997 zu einem Umzug nach London und absolvierte dort in der Kochschule Le Cordon Bleu eine Ausbildung in französischer Pâtisserie. Das war der Grundstein für seine kulinarische Karriere.
Nebenbei arbeitete er in der Sternegastronomie, wo er Sami Tamimi kennenlernte, der sein Geschäftspartner wurde. Mit ihm hat er 2002 in Notting Hill sein erstes Deli eröffnet und das sehr erfolgreiche Kochbuch "Jerusalem" veröffentlicht. Es folgten weitere Restaurants und sehr viele Kochbücher. Immer stärker hat er seine Co-Autoren eingebunden, wie Verena Lochmüller, die maßgeblich an "Simple Too" gearbeitet hat.
Wer "Simple", den ersten Band im Regal stehen hat, kommt an "Simple Too" kaum vorbei. Wobei sich die beiden Bücher unterscheiden und ein eigenes Konzept verfolgen. "Simple Too" ist nicht der zweite Band, es ist ein Kochbuch, das ebenfalls einfache Rezepte vorstellt. Für den Kochbuchsammler ist es sehr erfreulich, dass die beiden Bücher eine ähnliche Optik und die gleiche Größe haben.
Auch der Aufbau weist eine gewisse Ähnlichkeit auf, allerdings unterscheiden sich die Gerichte sehr stark. Während bei "Simple" noch orientalische und mediterrane Rezepte mit dem bekannten "Ottolenghi-Twist" im Fokus stehen, ist die kulinarische Welt von "Simple Too" deutlich weiter gefasst. Es gibt Gerichte mit Anklängen an die weltweite Länderküche und völlig neue Ideen. Laut Ottolenghis Vorwort war die Grundidee, was kocht man, wenn man den Kühlschrank aufmacht und sich vom Inhalt inspirieren lässt. Wobei im deutschen Durchschnittskühlschrank wahrscheinlich andere Dinge liegen, als bei ihm in London.
Ich habe versucht mir dieses Motto zu eigen zu machen, bei der Auswahl der nachzukochenen Gerichte. Wobei ich mich eher am Garten orientiert habe. Es gab aktuell sehr viele reife Auberginen und ich habe beschlossen, damit zu kochen. Fündig wurde ich in den Kapiteln "Snacks, Dips und Suppen" und "Salate". Ergänzend dazu gab es noch ein Rezept aus "Frühstück und Brunch". Weitere Rezeptkapitel sind "Fleisch", "Fisch", "Vegetarische Hauptgerichte", "Pasta". "Beilagen", "Desserts" und "Saucen und Toppings". Damit ist für alle Lebenslagen etwas dabei, um unkompliziert ein schmackhaftes Essen auf den Tisch zu bringen. Zusätzlich gibt es auch noch Menüvorschläge, um die Gerichte für bestimmte Anlässe zu kombinieren.
Interessant ist, wie die Zutaten, die für typische Ottolenghi-Rezepte verwendet werden, in den Alltag eingezogen sind, wenn man sich die Anmerkungen ansieht. Werden bei "Simple" noch Zutaten genau vorgestellt, gibt es bei "Simple Too" nur noch Angaben über die ideale Größe von Eiern, dass Zwiebeln und Knoblauch geschält werden sollen, glatte Petersilie verwendet wird und ähnliches. Allerdings hat sich Ottolenghi auch zur Aufgabe gemacht, im neuen Buch darauf zu achten, dass nicht zu viele Zutaten und nicht zu exotische Zutaten notwendig sind.
Die Rezepte sind ausführlich und genau beschrieben, sodass das Nachkochen gut von der Hand geht. Dazu gibt es immer ein Rezeptfoto, meistens auf der Seite gegenüber. Manchmal gibt es auch Fotos von zwei oder drei Gerichten auf der Seite vor oder nach dem Rezept. Angenehm ist auch, dass es ein Kochbuch und kein Bildband oder ein Buch mit viel Erzählungen ist. Der Fokus liegt wirklich auf den Gerichten. Ergänzt wird das mit einem alphabetischen Zutaten- und Rezeptregister.
Das Nachkochen ist mir leicht gefallen und gut von der Hand gegangen. Da die Vorgaben oft sehr kleinteilig und präzise (wie Gramm-Angaben bei Kräutern) sind, habe ich lieber improvisiert und mich auf mein Augenmaß verlassen. Auch das war kein Problem. Die Gerichte sind durchaus alltagstauglich und haben uns auch gut geschmeckt. An manchen Stellen waren die Mengenangaben zu großzügig bemessen.
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Fazit:
"Simple Too" richtet sich an Hobbyköche mit etwas Erfahrung in der Küche und der Aufgeschlossenheit neue kulinarische Welten zu entdecken. Die Rezepte sind sehr alltagstauglich und auch in Bezug auf die Zutaten weniger exotisch, als sonst bei Ottolenghi-Kochbüchern. Sie lassen sich in gut sortierten Supermärkten einfach bekommen.
Eine ausführliche Analyse von "Simple Too" ist bei Denise in ihrem Blog "LeseLust und Löffel" zu finden.
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6. Ich verkaufe keine Daten, ich mache keine Auswertungen damit und ich lösche nichts. Ich lebe ein ganz normales Leben und habe Freude am Kochen und am Teilen meiner Erfahrungen. Für alles andere habe ich keine Zeit, keine Nerven und keine Erfahrung.