Donnerstag, 25. August 2016

Rote-Bete-Terrine mit Meerrettichmousse
aus "Die Kochlegende Hans Haas"

Die Rote-Bete-Terrine mit Meerrettichmousse ist einer der Klassiker von Hans Haas und erklärt, weshalb seine Gerichte auf dem Teller so einfach anmuten, aber von hoher Kochkunst zeugen. Jede Komponente besteht aus einfachen Zutaten, die in jedem Supermarkt zu bekommen sind. Ihnen wird höchste Aufmerksamkeit gewidmet. Die Rote Bete wird mit Gewürzen im Ofen gegart und dann fein gehobelt. Über Nacht zieht sie in einer Marinade durch. Auch die Basis für die Meerrettichmousse hat einen Tag Standzeit, damit sich die Aromen verbinden. Im Rezept ist gut beschrieben, wie geschichtet wird und wie die Konsistenz sein soll. Bei Hans Haas ist die mittlere Schicht weiß, bei mir ist sie viel schöner. Man sagt ja in solchen Fällen immer: "das gehört so!".

Irgend einen Kniff gibt es da noch, damit sich das Meerrettichmousse nicht mit der roten Marinade vollsaugt. Vielleicht bekomme ich es noch heraus. Gelernt habe ich auch, dass man von der Marinade für das Anrichten des Tellers etwas abnehmen sollte, bevor man die Rote Bete darin versenkt.

Geschmacklich tut das natürlich keinen Abbruch. Diese Terrine hat ein wunderbares Aroma und passt zu vielen Gelegenheiten. Für uns war sie ein schönes Sommeressen. Ich kann sie mir aber auch sehr gut als Vorspeise in einem Herbst- oder Wintermenü vorstellen.

Dieses Rezept ist in dem neuen Kochbuch "Die Kochlegende Hans Haas" zu finden.
(Hier ist der Link zu meiner Rezension.)




für 4 Personen

Rote Bete:
500 gr. Rote Bete
Meersalz
Kümmel

Den Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen.

Etwas Salz und Kümmel auf vorbereitete Alufolienstücke geben. Die Roten Beten daraufsetzen, mit Salz und Kümmel bestreuen und in die Folie einwickeln. Die Päckchen in eine flache Auflaufform geben und im Backofen für 60 - 90 Minuten (je nach Größe) backen. Mit einer Nadel kann geprüft werden, ob sie weich sind.

In der Zwischenzeit die Marinade vorbereiten. Für die folgenden Arbeiten unbedingt Handschuhe tragen, um Verfärbungen der Haut zu vermeiden. Die Roten Beten auspacken, schälen und in feine Scheiben hobeln. Sie sollten noch warm mit der Marinade vermengt werden, da sie so den Geschmack besser annehmen.


Marinade - 1 Tag Standzeit:
250 ml Rinderbrühe
2,5 EL Weißweinessig
1 EL alter Aceto Balsamico
75 ml Rapsöl
Saft von einer viertel Zitrone
1/2 TL Kümmel
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Cayennepfeffer
1 Prise Zucker
1 kleine Schalotte
1 Knoblauchzehe
5,5 Blatt Gelatine

Die Rinderbrühe mit beiden Essigsorten, Öl und Zitronensaft verrühren. Den Kümmel mörsern und zugeben. Die Marinade mit Salz, Pfeffer, Cayennepfeffer und Zucker abschmecken.

Die Schalotte und die Knoblauchzehe schälen, längs halbieren und in die Marinade geben. Ein bis zwei EL Marinade abnehmen für das Anrichten. Die lauwarmen Rote-Bete-Scheiben zugeben und alles einen Tag, abgedeckt, bei Zimmertemperatur ziehen lassen.

Am nächsten Tag Schalotte und Knoblauch entfernen und die Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Die Gelatine abtropfen lassen und in etwas erwärmter Marinade auflösen. Die Gelatineflüssigkeit zu den Roten Beten geben und sorgfältig verrühren. Bei Bedarf nochmals abschmecken. Die Roten Beten dürfen nicht zu kalt sein, sonst zieht die Gelatine zu schnell an und es bilden sich Klümpchen.


Meerrettichmousse - 1 Tag Standzeit
75 gr. Sauerrahm
50 gr. Creme fraiche
25 gr. Meerrettich aus dem Glas
Zitronensaft
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Cayennepfeffer
Zucker
1 Blatt Gelatine
38 gr. Sahne

Sauerrahm, Creme fraiche und Meerrettich verrühren, mit Zitronensaft, Salz, Pfeffer, Cayennepfeffer und Zucker abschmecken und über Nacht ziehen lassen. Die Masse am nächsten Tag durch ein sehr feines Sieb passieren, um die Meerrettichfasern aus der Mousse zu entfernen.

Die Blattgelatine in kaltem Wasser einweichen und, sobald sie weich ist, tropfnass in einem kleinen Topf erhitzen und auflösen. Dann in der Meerrettichmasse gut verrühren.

Die kalte Sahne mit einer Prise Zucker steif schlagen und vorsichtig unter die Masse heben.

Eine Terrinenform mit kaltem Wasser ausspülen und mit einem aufgeschnittenen Gefrierbeutel auslegen. Die Hälfte der Roten Bete, zusammen mit der Marinade, einfüllen und, im Kühlschrank, leicht fest werden lassen. Die Schicht darf nicht zu fest werden, sonst verbindet sie sich nicht mit der Mousse.

Die Meerrettichmousse darauf geben und so fest werden lassen, dass die abschließende Schicht sich nicht mit ihr vermischen kann. Zum Abschluss die zweite Hälfte der Rote-Bete-Scheiben und Marinade einfüllen und und mind. 5 - 6 Stunden im Kühlschrank fest werden lassen.


Anrichten:
Marinade
Sauerrahm
Blutampfer und Friséesalat

Die Terrine am besten mit dem Elektromesser aufschneiden, auf die Teller legen, etwas Marinade und Sauerrahm dazu geben und mit Blutampfer und Friséesalat garnieren.



Dienstag, 23. August 2016

Rezension:
Die Kochlegende Hans Haas

Kochlegenden, die neue Kochbuch-Reihe, in Kooperation von Tre Torri und Süddeutsche Zeitung, startet mit "Die Kochlegende Hans Haas". Was macht einen Koch zur Legende? Diese Frage stelle ich mir schon seit ein paar Tagen. Er sollte ein Spitzenkoch sein, der auch mit entsprechenden Auszeichnungen geehrt worden ist. Für den Zusatz "Legende" reicht in meinen Augen nur mediale Präsenz nicht. Dazu gehört für mich auch Beständigkeit und eine gereifte Persönlichkeit.

Das erste Buch dieser Serie Hans Haas zu widmen ist für mich stimmig. Er gehört zu den Köchen, denen auch im Kollegenkreis höchste Achtung gezollt wird. Seit 25 Jahren verantwortet er die Küche im Restaurant "Tantris" in München und hält seitdem 2 Michelin-Sterne. Sein Küchenstil ist sehr bodenständig und trotzdem feinsinnig mit viel Gefühl für das Produkt. Er sitzt nicht im Elfenbeinturm und wer ihn einmal hautnah erleben will, der kann einen Kochkurs in seiner Kochschule belegen. Dieses Erlebnis kann ich jedem Hobby- und auch Profikoch sehr empfehlen.


Hans Haas absolvierte seine Kochausbildung in der Wildschönau in Tirol, wo er auch geboren wurde. Von dort zog es ihn an den Tegernsee ins Hotel-Restaurant Bachmaier-Weissach und nach Ettlingen in das Hotel-Restaurant Erbprinz. Auslandserfahrungen sammelte er im Elsass bei Paul Haeberlin. Anfang der 80er Jahre war er Souschef bei Eckart Witzigmann im Restaurant Aubergine. Danach verließ er München für ein paar Jahre, um als Küchenchef im Restaurant Brückenkeller in Frankfurt zu arbeiten. 1991 kehrte er, als Nachfolger von Heinz Winkler, nach München zurück und übernahm die Leitung der Küche im Restaurant Tantris. Seit 25 Jahren steht er für den kulinarischen Erfolg dieses legendären Restaurants und ist mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet.

Zum Auftakt finden wir ein längeres Gespräch mit Hans Haas, in dem er über seine Erfahrungen erzählt. Das ist kurzweilig zu lesen und zeigt viel von seiner professionellen Haltung. Untermalt wird das Ganze mit ganzseitigen Fotografien aus dem Alltag des Tantris.

Den "Löwenanteil" des Buchs machen die 35 Rezepte aus. Die bekannten Klassiker von Hans Haas finden sich in den Kapiteln "Vorspeisen, Zwischengerichte, Suppen", "Hauptgerichte", und "Käse und Dessert". Ergänzt werden die Rezeptkapitel durch ein alphabetisches Rezeptregister, in dem auch einzelne Komponenten der Gerichte aufgeführt sind.

Mir gefällt es besonders gut, dass jedes Rezept sehr ausführlich präsentiert wird. Es gibt zwei Fotos, eines vom ganzen Teller und eine Detailaufnahme. Das Rezept selbst ist bei der Zutatenliste und bei den Zubereitungsschritten in die einzelnen Komponenten gegliedert. Das ist hilfreich, wenn man sich zum ersten Mal an das Nachkochen von solchen Gerichten wagt. Abgerundet wird das Ganze mit Hintergrund-Informationen zu den Zutaten und der Entstehungsgeschichte.

Auf der Suche nach einem Rezept zum Ausprobieren, haben mich viele Gerichte angesprochen. Einige davon kannte ich bereits aus dem Tantris und von einem Kochkurs bei Hans Haas. In dieser Zeit war ein paar Tage richtig heißer Sommer und so entschied ich mich spontan für die "Rote-Bete-Terrine mit Meerrettichmousse". An solchen Tagen essen wir gerne "Geliertes", da es sehr erfrischend ist. Neugierig war ich auch auf die sorgfältige Behandlung der Roten Bete und der Meerrettichmasse für die Mousse. Die Zubereitung musste an zwei Tagen erfolgen, da die einzelnen Komponenten einen Tag Standzeit hatten. Das war sehr genau im Rezept beschrieben und ging gut von der Hand. Beim Probieren merkte man, dass sich die Mühe gelohnt hat. Alles hatte einen sehr feinen und runden Geschmack. Leider ist mir die Meerrettichmousse rosa geworden. Ich vermute, dass die Masse länger im Kühlschrank hätte bleiben müssen, um fester zu werden. Da diese Vorspeise sehr elegant ist und sich gut vorbereiten lässt, werde ich das nochmal für Gäste kochen.

Rote-Bete-Terrine mit Meerrettichmousse

Fazit"Die Kochlegende Hans Haas" ist ein schönes und hochwertiges Buch, über das sich bestimmt viele Hobbyköche als Geschenk freuen. Die umfangreiche Präsentation der Rezepte ermöglicht es auch Hobbyköchen mit weniger Koch-Erfahrung ihr Wissen zu erweitern. Die Rezepte sind gelingsicher und die Gerichte fein und trotzdem bodenständig. Wer gerne Gäste mit Menüs bekocht, wird hier sehr viele Anregungen finden, ohne auf Profi-Equipment oder exotische Lebensmittel angewiesen zu sein.


Vor ein paar Wochen stellte Hans Haas, im Beisein des Verlegers Ralf Frenzel und der Familie Eichbauer sein neues Buch der Presse vor. Ein paar Impressionen dieser Veranstaltung habe ich mitgebracht.



Kalbskopf im Ciabatta gebraten mit marinierten Bohnen
Forelle mit Apfel, Sellerie und Holunderblütenfond
Lauchpüree und Kaviar mit Nussbutter
Ravioli vom Wollschwein mit Pfifferlingen
Medaillon vom Rehrücken mit Balsamicokirschen
Grießknödel mit Erdbeeren

Sonntag, 21. August 2016

Panasonic-Workshop mit Christian Hümbs und ein Abend im Matsuhisa

Vor ein paar Wochen durfte ich dabei sein, als der Ausnahme-Patissier Christian Hümbs das neue Induktionskochfeld von Panasonic vorstellte. Dafür ist er extra aus Hamburg, wo er als Chef-Patissier im 2-Sterne-Restaurant Haerlin arbeitet, nach München ins Hotel Mandarin Oriental gekommen.


In einem kleinen Workshop zauberte er Zitronentörtchen und zeigte uns eine völlig neue Funktionalität des Kochfelds. Während es beim Backofen üblich ist, die Temperatur gradgenau anzugeben, ist dies beim Herd mit den Umschreibungen starke oder schwache Hitze sehr ungenau. Bei dem Panasonic Induktionskochfeld kann die Kochtemperatur in 5-Grad-Schritten eingestellt werden. So kann man seine Töpfe ruhigen Gewissens mal unbeobachtet lassen, da per Infrarot direkt am Boden des Kochgeschirrs die Temperatur gemessen wird. Mit der Funktion Genius Sensor+ ist das für Temperaturen zwischen 65 Grad und 230 Grad möglich.


Für die Füllung seiner Törtchen kocht Christian Hümbs einen Pudding und muss sich nicht ständig auf den Topf konzentrieren. Nichts brennt an, nichts läuft über. In der Zwischenzeit verrät er uns noch eine geling sichere Anleitung für Gelees mit Agar-Agar. Auf 1 Liter Flüssigkeit nimmt er 14 gr. Agar-Agar (bei Zitrusfrüchten etwas mehr) und lässt es einmal aufkochen. Nach dem Erstarren wird die Masse gemixt und kann schon verwendet werden.









Im Anschluss ging es zum Abendessen in das Restaurant Matsuhisa, wo wir die köstlichen Törtchen zum Espresso am Ende des Abends noch genießen durften.

Der japanische Spitzenkoch Nobu Matsuhisa steht für Nikkei, die japanisch-peruanische Fusionsküche. In diesem Stil betreibt er unter dem Namen "Matsuhisa" weltweit sieben Gourmet-Restaurants. Das erste auf europäischem Boden ist in München. Zusätzlich hat er mit dem Schauspieler Robert de Niro die Restaurantkette "Nobu" ins Leben gerufen, mit mittlerweile über 30 Restaurants. 

Er achtet sehr auf Sorgfalt, Genauigkeit und Purismus. Als Marken-Botschafter sieht er hier große Parallelen zum gradgenauen Garen und kann seine Rezepte gezielt darauf abstimmen und die hochwertigen Produkte schonend zubereiten. Für Panasonic hat er das Rezept für "Gegrillte Rehsteaks mit Wasabi-Umeboshi-Soße“ exklusiv entwickelt.



Seafood Ceviche
Thunfisch Sashimi Salat | Matsuhisa Dressing


Schwarzer Kabeljau | Yuzu | Sojabohnenpaste


Rinderfilet | Teriyaki


Schoko Bentobox | Grüner-Tee-Eis







Freitag, 19. August 2016

Gegrillte Tomaten mit Mozzarella, Noriblättern und Aprikosenespuma

Insalata Caprese, der ewige Sommerklassiker, kommt an heißen Tagen immer noch sehr gerne auf den Teller. In dem Kochbuch "Käfer - Vegetarische Küche" entdeckte ich eine kreative und neue Variation. Die Tomaten werden gegrillt, den Mozzarella gibt es in seiner kleinsten Form, das Basilikum wird in Streifen geschnitten und die Vinaigrette besteht aus Balsamico, Olivenöl und Gewürzen.

Besonders interessant fand ich die beiden neuen Komponenten. Ein Noriblatt wird mit Sojasauce (in meinem Fall Tamari) bestrichen und frittiert. Dazu gibt es einen Aprikosenespuma, bei dem Blattgelatine und Eiweiß für den Stand sorgen. Das war eine Premiere für mich. Leider hatte ich es versäumt frische Eier zu kaufen. Im Tiefkühler gab es noch eingefrorenes Eiweiß. Das mache ich gerne, wenn ich nur Eigelb brauche. Ich bin einen gute "Einfriererin", aber eine schlechte "Auftauerin". Jetzt war ich gezwungen, das gefrorene Eiweiß zu verwenden. Einen Unterschied zum frischen Eiweiß konnte ich in der Verarbeitung nicht erkennen. Einen kleinen Rest habe ich sogar noch zum Eischnee aufgeschlagen und das hat perfekt funktioniert. Künftig werde ich diese Art der Resteverwertung viel öfter nutzen. Der Espuma hatte eine perfekte Konsistenz und einen sehr guten Stand. Witzig fanden wir, dass er beim Heraussprühen fast weiß ist und erst nach ca. 30 Sekunden die schöne orange Farbe bekommt.

Der Salat macht etwas Arbeit, kann aber gut vorbereitet werden. Der Espuma muss mindestens einen halben Tag vorher zubereitet werden. Er hält sich gut zwei bis drei Tage. Ein paar Stunden vor dem Servieren kann man die Tomaten grillen und das Noriblatt frittieren. Das Basilikum und der Wildkräutersalat sollten kurz vor dem Servieren fertig gemacht werden.

Hier geht es zur Rezension des Kochbuchs.



Für 4 Personen

Aprikosenespuma:
1/2 Blatt Gelatine
100 gr. Aprikosenmark
1/2 EL Zucker
50 gr. Eiweiß (von ca, 2 Eiern)

Die Blattgelatine in kaltem Wasser einweichen. Den Zucker im Aprikosenmark verrühren und erwärmen. Die Gelatine abtropfen lassen und im Aprikosenmark auflösen. Den Topf vom Herd nehmen und das Eiweiß einrühren. Die Masse durch ein Sieb in einen 0,25-Liter-iSi füllen. Zwei Patronen hintereinander einschrauben und dabei kräftig schütteln. Den iSi kopfüber in den Kühlschrank stellen. Der Espuma sollte mindestens 6 Stunden gekühlt werden.

Salat aus gegrillten Tomaten:
6 - 8 Tomaten, je nach Größe (sie sollten so groß sein, dass sie nicht durch den Grillrost fallen)
250 gr. Mini-Mozzarellakugeln
Zucker
weißer Balsamico (hier habe hier den Tomatenessig von Gegenbauer verwendet)
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
2 Stängel Basilikum
Olivenöl

Die Tomaten halbieren und auf dem heißen Grill auf beiden Seiten ca. eine Minute grillen. Danach leicht auskühlen lassen und in mundgerechte Stücke schneiden. Die Tomatenstücke auf Tellern verteilen. Die Mozzarellakugeln abtropfen lassen und zwischen die Tomatenstücke setzen. Die Basilikumblätter abzupfen und in feine Streifen schneiden. Die Basilikumstreifen auf den Tomatenstücken verteilen. Aus Salz, Pfeffer, Essig und Öl eine Vinaigrette rühren und den Salat damit beträufeln.

Noriblätter:
1 Noriblatt
1 EL Tamari
Rapsöl zum Frittieren

Das Noriblatt mit Tamari einpinseln und in vier Teile schneiden. Das Öl auf ca. 170 Grad erhizten (es ist heiß genug, wenn von einem ins Öl gehaltenen Holzlöffel Bläschen aufsteigen) und die Noriblätter darin knusprig frittieren. Auf Küchenpapier abtropfen lassen und in Stücke brechen.

Wildkräuter:
1 Handvoll. gemischte Wildkräuter
Olivenöl
Zitronensaft
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Die Wildkräuter waschen und trocken schleudern. Aus Salz, Zitronensaft und Olivenöl eine Vinaigrette rühren und die Wildkräuter damit marinieren.




Mittwoch, 17. August 2016

Rezension: Käfer - Vegetarische Küche

Es passiert mir sehr selten, dass ein Kochbuch mich entdeckt. In 99,9 % aller Fälle recherchiere ich und entscheide mich bewusst, ob mich ein Kochbuch interessiert oder nicht. Hier kommt eine große Ausnahme. Nicht schon wieder vegetarisch war mein erster Gedanke, als ich "Käfer - Vegetarische Küche" in der Verlags-Vorschau entdeckte. Beim Besuch des Feinkosthauses Käfer vor ein paar Wochen bekamen wir ein signiertes Exemplar überreicht. Jetzt, wo es schon mal auf meinem Tisch lag, habe ich angefangen darin zu blättern und war sofort begeistert.


Feinkost Käfer ist eine Institution in München. Elsa und Paul Käfer haben das Unternehmen 1930 in Schwabing gegründet und zogen drei Jahre später in das noch heute bestehende Stammhaus in der Prinzregentenstraße. Ende der 50er Jahre etablierte Gerd Käfer den Partyservice und in den 90ern übernahm sein Sohn Michael Käfer die Geschäftsführung. Unter seiner Führung expandierte das Unternehmen stark. Weitere Läden und Restaurants kamen dazu. Mittlerweile kann man Käfer-Spezialitäten an vielen Stellen in München, am Tegernsee und sogar in Japan geniessen.

Von Thomas Kahl, dem Küchenchef der Käfer-Schenke stammen die Rezepte. Der gebürtige Österreicher begann seine Kochlaufbahn im Tantris. Von dort zog es ihn ins Ausland und er kochte im Danube in New York und bei Pierre Gagnaire in Paris. In Johann Lafers Stromburg arbeitete er zuerst als Leiter der Kochschule und danach als Küchenchef im Restaurant Le Val d'Or. Ebenfalls einen Michelin-Stern erkochte er auf Mallorca im Gourmetrestaurant "Es Fum". Die nächste Station brachte ihn zurück nach Bayern, an den Tegernsee ins Hotel Margarethenhof. Seit Februar 2015 ist er für Käfer tätig.

Die Rezepte überzeugen sofort mit ihrer Kreativität und Stimmigkeit. Da kommt nie das Gefühl auf, so ähnlich hat man das schon öfters gesehen. Auch bekannte Gerichte haben noch einen innovativen Kniff, der es zu etwas Besonderem macht. Jedes Rezept wirkt sehr überlegt und komplett. Es wird nicht nach Vorspeisen oder Hauptgängen unterschieden. Diese Entscheidung kann man mit der Portionsgröße selbst treffen. Ich vermute, dass der hauptsächliche Produktionszeitraum des Buchs in den Frühling und Sommer fiel, da die meisten Rezepte entsprechende saisonale Zutaten erhalten. Das wäre für mich ein schöner Aufhänger ein zweites Buch mit dem Schwerpunkt Herbst und Winter zu veröffentlichen.

Jedes Rezept startet mit einem sehr stimmungsvollen Foto auf einer Doppelseite. Auf der folgenden Doppelseite sind die Zutatenliste und die Bearbeitungsschritte zu finden. Das hat den Vorteil, dass viel Platz für den Rezepttext ist und die Anleitungen deshalb auch sehr genau und ausführlich sind. Zwischen den Repten sind immer wieder Weinempfehlungen oder die Vorstellung von Produzenten eingestreut. Im Anhang findet sich ein alphabetisches Rezeptverzeichnis und eine Liste der Lieferanten. Das Rezeptverzeichnis hätte ausführlicher sein können. Zusätzliche Angaben zur Saison und eine alphabetische Auflistung der Haupt-Zutaten mit Querverweis auf das Rezept wären hilfreich gewesen.

Beim Durchblättern entdeckte ich sehr viele Rezepte, die ich gerne ausprobiert hätte. Meine Wahl fiel auf  "Gegrillte Tomaten mit Mozzarella, Noriblättern und Aprikosenespuma". Hier reizte mich besonders die Kombination von Tomate und Aprikose. Neugierig war ich auch auf das Espuma-Rezept mit Eiweiß und die frittierten Nori-Blätter. In dieser Form habe ich das noch nie gemacht. Mit der Rezeptbeschreibung bin ich sehr gut zurecht gekommen und das fertige Gericht hat uns geschmacklich und optisch sehr begeistert. Der Espuma hatte einen tollen Stand und feinen Geschmack. So stelle ich mir kreative und feine vegetarische Alltagsküche vor.



Fazit:
"Käfer - Vegetarische Küche" bietet ambitionierten Hobbyköchen viele neue Anregungen vegetarische Gerichte mit mehr Anspruch zu servieren. Die Rezepte sind trotzdem gut verständlich und die Zutaten auch in gut sortierten Supermärkten erhältlich. Hobbyköche mit weniger Erfahrung können, aufgrund der guten Beschreibung, ebenfalls damit zurecht kommen und mehr Praxiserfahrung sammeln.

Montag, 15. August 2016

Sterneküche im Bayerischen Wald
Michael Simon Reis im Restaurant Johanns

Damit aus dem Besuch des Kulinarik-Festivals ein kleiner Kurz-Urlaub wird, sind wir bereits früher in den Bayerischen Wald gereist. Wir wollten das Restaurant Johanns in Waldkirchen besuchen. Das stand schon seit einem Jahr auf dem Plan, als ich den Küchenchef Michael Simon Reis beim CookTank der Sternefresser in München kennenlernte.

In dem Ort Waldkirchen, der so grob zwischen Passau und Deggendorf liegt, dominiert die charmante Altstadt das Modehaus Garhammer. Dort befindet sich das Restaurant Johanns, benannt nach dem Gründer Johann Garhammer. Eigentlich ist es nur konsequent, wenn ein anspruchsvolles Modehaus seinen Kunden auch die Möglichkeit gibt, in einem tollen Ambiente, gepflegt zu essen. Der Blick, durch die großen Glasscheiben, in die schöne Landschaft macht soviel Freude, dass ich beim nächsten Mal unbedingt auf der Terrasse essen will - falls das Wetter mitspielt...... 


Michael Simon Reis, der Küchenchef, hat beeindruckende Stationen als Koch durchlaufen. Darunter auch die bekannten österreichischen Spitzenrestaurants "Johanna Maier" und "Steirereck". In Spanien kochte er in den Sternerestaurants "Tristan", "Arzak" und "Es Fum". Die Ausbildung zum Küchenmeister bestand er mit Auszeichnung und schloss mit dem Bachelor of Education sein Pädagogikstudium an der Hochschule Wien ab. Seit September 2013 verantwortet er die Küche im "Johanns" und erhielt im Herbst 2014 den ersten Michelin-Stern.

Wir haben unseren Besuch sehr genossen. Da hat einfach alles gepasst: großartige Küche, charmanter Service, tolles Ambiente und eine herrliche Aussicht. Wer in der Nähe ist oder einen Abstecher in den Bayerischen Wald plant, sollte unbedingt hingehen.


Fingerfood
u. a. Knäckebrot mit Räucherforelle
Kapuzinerkresseblüten gefüllt mit Sanddorneis
Salamiröllchen auf Honigwabe

Melone

Forelle
Gin Tonic gebeizte Fjordforelle
mit bunten Radieserl, Kren & "eiskalter" Gurke

Reinanke
Gebratene Reinanke mit lauwarmen Dotter
Saubohnen & Speckbirne

Germknödel
Pastinaken Germknödel mit gesurtem Spanferkelbackerl
Graumohn & fermentiertem Powidl

Wild
Rücken und Schlögel vom niederbayerischen Rehbock
mit gedämpftem Getreide, Eierschwammerl & Mispeln

Erfrischung
Fenchelsalat mit Basilikum
Buddhas Hand Zitrone & Birken-Aniszucker

Pfirsich Melba 2016
Topfen kalt / warm mit Weinbergpfirsich
Himbeeren und knusprigem Esterhazy

Süße Wäscheleine mit
weißem Schokoladenbrownie
geeiste Waldmeisterpraline
80 % Pflaumen-Schokolade
Marzipan-Olivenöl-Gummi
Johanns Echte
Himbeerleder
Baiser-Zuckerstange

Samstag, 13. August 2016

Wassermelonenpizza - perfektes Sommeressen

Irgendwo habe ich ein Foto entdeckt, auf dem eine aufgeschnittene Scheibe Wassermelone mit einem Topping zu sehen war. Diese Idee begeisterte mich und ich habe mir das Foto gespeichert. Ich versuchte zu erkennen, was eine Scheibe Wassermelone zur Pizza macht. Geholfen hat mir dabei die Zoom-Funktion und die Erinnerung daran, dass Feta und Minze sehr gut zu Wassermelone passen. Ich habe mir eine Liste mit möglichen Zutaten aufgeschrieben und dann einfach ausprobiert.

Mit meinem ersten Versuch war ich schon sehr zufrieden. Nur den geräucherten Paprika würde ich beim nächsten Mal nicht mehr verwenden. Die Zubereitung ist sehr einfach und man benötigt kein gramm-genaues Rezept. Da reichen schon etwas Augenmaß und das Abschmecken.


Das wichtigste Topping sind die Calamaretti und der Rucola. Etwas Salz ist notwendig und der Pfeffer bringt die notwendige Schärfe. Im Alltag verwende ich sehr wenig Gewürze, da mir der Eigengeschmack der Lebensmittel wichtig ist. Meist komme ich mit Salz und Pfeffer aus. Dafür lege ich beim Pfeffer großen Wert auf die Sorte und den Mahlgrad. Für die Wassermelonenpizza wollte ich Tellicherry-Pfeffer verwenden und ihn gröber mahlen. Seit vielen Jahren verwende ich eine elektrische Pfeffermühle, die nur wenig Mahlstufen hat und sich nur umständlich verstellen lässt. Dazu gibt es ein paar leere Keramikmühlen, die ich, je nach Bedarf, entleere und neu befülle. Das ist auch nicht praktisch. Vor einigen Monaten habe ich eine Pfeffermühle entdeckt, die mir diese lästigen Sorgen abnimmt. Ich verwende sie täglich und sehr flexibel.


Meine Pfeffermühle "Zanzibar" hat ein Peugeot-Mahlwerk. Jeder, der schon einmal eine solche Pfeffermühle in der Hand hatte, weiß, dass es kein besseres Mahlwerk gibt. Es läuft ganz leicht und ohne Kraftanstrengung. Den Mahlgrad kann man von Stufe 1 (sehr fein) bis Stufe 5 (grob), durch einfaches drehen, einstellen. Auf dem Foto unten sieht man gut das Ergebnis. Die Vorratsbehälter für die unterschiedlichen Pfeffersorten können direkt für die Pfeffermühle verwendet werden. Es gibt kein umständliches Befüllen mehr. Man schraubt einfach das Glas mit dem Pfeffer aus der Mühle und ein anderes hinein. Wer nicht warten will, bis die Pfefferbehälter leer sind, um sie mit seinen Lieblingssorten zu füllen, der kann auch leere Gläser kaufen.


2 Scheiben Wassermelone
2 fingerdicke Streifen von einem 200 gr. Stück Feta
8 Calamaretti
1 gute Handvoll Rucola
1 Tomate (grünes Zebra)
(evtl. ein paar Wildkräuter)
Zitronensaft
Olivenöl
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
getrocknete Minze

Die Wassermelonenscheiben auf einen Teller geben und in acht Stücke schneiden. Den Rucola waschen und trocken schleudern. Die Tomate in kleine Würfel schneiden. Den Feta zerbröseln.

Die Calamaretti putzen, in Ringe schneiden, leicht salzen und in einer Pfanne mit etwas Olivenöl braten und auf der Wassermelone verteilen. Tomatenwürfel und Fetabrösel ebenfalls verteilen. Den Rucola in die Mitte setzen. Alles vorsichtig mit getrockneter Minze bestreuen und mit Salz und grob gemahlenem Pfeffer würzen. Etwas Zitronensaft und Olivenöl über die Pizza geben und sofort servieren.




Donnerstag, 11. August 2016

Zu Gast in Griechenland:
Langsam geschmorte Lammkeule

Wenn ich an griechische Küche denke, dann spukt in meinem Kopf als erstes eine Lammkeule herum. Warum das so ist, kann ich gar nicht sagen. Dabei gibt es so viele andere Klassiker, wie Tzatziki oder Moussaka. Nein, ich dachte fest an eine Lammkeule, als ich in dem neuen Kochbuch "Zu Gast in Griechenland" blätterte, auf der Suche nach Rezepten für meine Rezension. (Die Rezension ist hier nachzulesen).

Ich war sehr froh, dass ich genau so ein Rezept entdeckt habe, wie ich es mir vorgestellt habe. Eine langsam geschmorte Lammkeule, die mit den Beilagen im Backofen gemacht wird. Langsam schmoren ist ideal, da das Fleisch schön rosa und saftig bleibt. Die Beilagen gleich dazu ist ebenfalls sehr praktisch, wenn man wie ich im Moment extrem wenig Zeit hat. Und dann ist es ein Glücksfall, wenn das Rezept für mehrere Personen ist, weil man es dann an den nächsten Tagen kalt essen kann und etwas Zeit sparen kann.

So eine Lammkeule ist ein Festtagsschmaus und dazu darf es eine schöne Flasche Rotwein sein. Eine Empfehlung dazu habe ich Euch mitgebracht.


8 Personen

1 Lammkeule ohne Knochen ca. 2 kg (mit Knochen ca. 3 kg)
1 ganze Knoblauchknolle
125 ml natives Olivenöl
3 EL Rapsöl
2 TL Meersalz
1 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
1 TL Paprikapulver edelsüß
2 rote Zwiebeln
5 Zweige frischer Thymian
2 Zweige frischer Rosmarin
2 TL getrockneter Oregano
3 Lorbeerblätter
125 ml trockener Weißwein
Saft von 1 Bio-Zitrone
1 kg Kartoffeln

Den Backofengrill auf 230 Grad vorheizen.

Von der Lammkeule die dicke Fettschicht entfernen und mit einem Messer kleine Einschnitte rundum in die Lammkeule machen. Die Knoblauchknolle in Zehen teilen, diese schälen und in grobe Stifte schneiden. In jeden Einschnitt einen Knoblauchstift stecken.

Das Rapsöl mit Meersalz, Pfeffer und Paprikapulver verrühren und die Lammkeule rundum damit einpinseln. In einen Bräter legen, in den die Keule gut hineinpasst. In den Ofen schieben und für 10 bis 15 Minuten kräftig anbräunen lassen, danach die Keule wenden und von der zweiten Seite ebenfalls 10 bis 15 Minuten bräunen.

In der Zwischenzeit die Zwiebeln schälen und vierteln. Die Zitronenschale mit einem Sparschäler dünn abziehen und den Saft auspressen. Den Bräter aus dem Ofen nehmen und die Temperatur auf 180 Grad herunterschalten. Die Zwiebelviertel um den Braten verteilen, Zitronenschale, Thymian, Rosmarin und Oregano sowie alle übrigen Knoblauchstifte dazugeben. Den Wein, das Olivenöl, den Zitronensaft und schließlich soviel Wasser in den Bräter gießen, dass die Lammkeule zu einem Drittel in der Flüssigkeit liegt.

Den Bräter verschließen und die Lammkeule zwei Stunden im Ofen garen, dabei nach einer Stunde mit dem Fond aus dem Bräter beschöpfen. Die Lammkeule wenden, falls notwendig weiteres Wasser zufügen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Bei geschlossenem Deckel noch etwa eine Stunde schmoren, bis das Fleisch schön weich ist. Aus dem Ofen nehmen, nochmal mit dem Schmorfond übergießen und ruhen lassen.

Während die Lammkeule schmort, die Kartoffeln schälen und vierteln. In einem Topf mit Salzwasser etwa 15 Minuten dämpfen. Wenn das Fleisch gar ist, die Kartoffeln in den Bräter geben und mit dem Schmorfond vermischen. Für rund 10 Minuten im Ofen lassen.

Dazu darf es ein kräftiger Rotwein sein. Wie der Name Carnivor schon sagt, passt dieser kalifornische Wein besonders gut zu Fleisch.



Dienstag, 9. August 2016

Rezension: Zu Gast in Griechenland

In meiner umfangreichen Kochbuch-Sammlung ist die griechische Küche kaum vertreten. Weshalb das so ist, weiß ich selbst nicht. Dabei gibt es einige griechische Gericht, die ich sehr gerne esse. Allen voran gefüllte Weinblätter (vorzugsweise in Zitronensauce) und Pulpo in allen Variationen. Da kam es mir gerade recht, dass in dem neuen Kochbuch-Programm von teNeues auch ein griechisches Kochbuch erschienen ist.


"Zu Gast in Griechenland" ist mehr als nur ein Kochbuch. Prinzessin Tatiana von Griechenland hat, gemeinsam mit Diana Farr Louis, der Gründerin von BOROUME, viele Prominente gewinnen können, griechische Rezepte zu veröffentlichen. BOROUME ist eine Nichtregierungsorganisation und ist die einzige gemeinnützige Hilfsorganisation in Griechenland, die sich dem Kampf gegen Lebensmittelverschwendung und Mangelernährung verschrieben hat. Alle Gewinne aus dem Verkauf dieses Buches werden an BOROUME gespendet.

Über dreißig Persönlichkeiten aus der ganzen Welt haben ihre griechischen Lieblingsrezepte für dieses Buch zur Verfügung gestellt. So ist eine buntes Mischung aus traditionellen und modernen, sowie einfachen und anspruchsvollen Rezepten entstanden. Mir ist sofort aufgefallen, dass viele, sehr unterschiedliche, Pulpo-Rezepte dabei sind. Und zu meiner großen Freude gibt es auch ein Rezept für gefüllte Weinblätter mit Zitronensauce.

Die beteiligten Prominenten werden kurz mit Foto, Lebenslauf und drei Fragen rund um Griechenland vorgestellt. Gleich im Anschluss daran kommen die beigesteuerten Rezepte. Das können bis zu drei Rezepte sein. Durch diese Struktur wird man zum Blättern und Schmökern angeregt. Eine gezielte Suche nach Zutaten, Zubereitungsmethoden oder Art des Gerichts ist so nicht möglich, wird aber sehr gut durch den Index am Schluss des Buches ersetzt.

Die Rezepttitel sind in deutsch und griechisch angegeben. Es wurde sogar darauf geachtet, den griechischen Titel in lateinischen Buchstaben anzugeben. Das ist hilfreich, wenn man die griechische Schreibweise nicht lesen kann, es aber trotzdem griechisch aussprechen möchte. Zu jedem Rezept gibt es eine kleine Geschichte, die Zutatenliste mit Personenangabe und die Zubereitungsschritte auf einer Seite. Die Rezepttexte sind klar strukturiert und gut zu verstehen. Nicht jedes Rezept ist mit einem Foto illustriert. Hier bleibe ich bei meiner Meinung: das ist auch nicht immer notwendig.

Bei der Auswahl der Rezepte zum Nachkochen für die Rezension, wollte ich der Rezeptvielfalt gerecht werden. Deshalb habe ich ein eher traditionelles Rezept, ein modern interpretiertes und ein sehr einfaches ausgesucht. Alle drei haben sich unkompliziert kochen lassen und sind sehr gut gelungen.

Besonders interessant fand ich die kleine Geschichte zum Fenchelrezept. Marathon bedeutet übersetzt "Fenchelfeld" und in der Region rund um diesen Ort wächst sehr viel Fenchel.


Gebackener Fenchel

Das Rezept ist einfach, aber sehr wirkungsvoll. Der Fenchel wird mit Balsamico und Olivenöl mariniert und im Backofen gebacken.
 Langsam geschmorte Lammkeule
Smoothie à la Baklava

Die Aromen des Baklava in einem Smoothie. Das schmeckt zum Frühstück, oder als leichtes Dessert im Sommer. Verschiedene Nüsse und Honig werden mit Buttermilch und Joghurt gemixt.












Fazit:

"Zu Gast in Griechenland" bietet auch für weniger erfahrene Hobbyköche schöne Anregungen für die griechische Alltagsküche. Auch die etwas anspruchsvolleren Rezepte lassen sich gut umsetzen. Bis auf wenige Ausnahmen sind die Zutaten im normalen Supermarkt gut erhältlich. Das Buch lädt zum Lesen und zum Nachkochen ein.


Prinzessin Tatiana von Griechenland hat vor ein paar Wochen das Kochbuch selbst in München präsentiert. Die Küche des Charles Hotels hat dazu einige Kleinigkeiten aus dem Buch gekocht. Hier sind ein paar Impressionen von der Veranstaltung.




Sonntag, 7. August 2016

1.000 Gründe, weshalb man dabei sein muss!
Kulinarik Festival 2016 im Waldschlößl by Lucki Maurer

Vor fünf Jahren feierte das Hotel Waldschlößl seinen 150. Geburtstag. Ich bin heute noch davon überzeugt, dass der jüngste Sohn des Hauses, Ludwig Maurer, eine spontane Eingebung hatte, dass man das feiern könnte. Befreundete Köche gab es genug und die Familie Maurer hat in der Region, da wo der Bayerische Wald am schönsten ist, genug Verbündete aus der Gastro- und Kulinarik-Szene. Gesagt, getan: Lucki lud' zum Kulinarik-Festival ins Waldschlößl. Seine Mama und Hotel-Chefin, Marianne Maurer, erklärte ihn für verrückt und hoffte, dass alles irgendwie gut gehen wüde.

Der große Tag kam und alle, die vorher noch lange gerätselt haben, wo Neukirchen beim heiligen Blut ist, programmierten ihre Navis und waren da. Endlich gab es wieder einen Ort für das Klassentreffen, das seit dem letzten Sommerfest der Jolly Roger Cooking Gang, heimatlos geworden war. Die Teilnehmer waren Köche die kochten, Köche die feierten und die, die immer da waren. Um 10.00 Uhr war der Wein aus, macht nichts - es gab' ja noch genug Bier. Die Insider schmunzelten in den darauf folgenden Jahren bei den Untertiteln zur jährlichen Ankündigung des Kulinarik-Festivals: "mehr Wein...." und "noch viel mehr Wein....".

Seit der ersten Veranstaltung ist das Kulinarik-Festival Kult und weit über die Grenzen der Region bekannt. Mittlerweile kommen die Gäste aus ganz Deutschland, der Schweiz und Österreich. Es ist gewachsen, nicht nur beim Weinausschank, auch bei der Anzahl der Gäste. 1.000 Gäste lautete heuer die stolze Zahl. Und jeder dieser Gäste ist so begeistert, dass alle wieder kommen wollen. Das sind mindestens 1.000 Gründe, weshalb man dieses Festival besuchen und Lucki nächstes Jahr wieder eins machen muss.

Heuer gab es viel, viel mehr Wein und auch viel, viel mehr Köche, die viel, viel mehr Essen schickten. Nein, es gab keine langen Schlangen, kein Gedränge, keine Hektik. Es gab keinen Parkplatz mehr. Der wurde kurzerhand zur "Bad-Boy-Area" umfunktioniert und dorthin wurde ein Schwerpunkt der Bewirtung verlagert. Der Grillbereich nebenan wurde zur "Fleisch-Aera" und doppelt so viele Grillstationen aufgebaut. Der Sternebereich war wieder hochkarätig besetzt und an der schmalen Straße direkt beim Waldschlößl reihten sich die bewährten Köche, Brauer, Winzer, Käse- und Dessertspezialisten aneinander. Zu später Stunde waren besonders die "süßen" Kräfte sehr gefragt. Und so schlängelte sich die "Schokoladen-Schlange" bergauf und in Windeseile schwanden die Pralinen dahin.

Eine Woche habe ich jetzt gebraucht, um die vielen, vielen tollen Eindrücke zu verdauen. Schon am Gruppenfoto bin ich gescheitert, weil links und rechts bestimmt noch zwei bis drei Protagonisten stehen, die nicht mehr in mein Handy gepasst haben. Es ist mir leider auch nicht gelungen, wirklich ALLE "einzufangen". Trotz größter Mühe ist es mir nicht gelungen alles zu probieren, irgendwann war ich mehr als satt. Das was ich gegessen und getrunken habe war großartig, die Stimmung war sowieso großartig und ich kann nur ein ganz großes Dankeschön aussprechen, für das große Engagement des ganzen Teams und nächstes Jahr versuche ich es einfach nochmal. Ich freue mich schon auf die Neuauflage des Kulinarik-Festivals von Lucki Maurer im Waldschlößl. (PS: wenn ich bei facebook auf den Kartenvorverkauf hinweise, dann meine ich das ernst. Die Karten waren innerhalb weniger Stunden weg :-) )

Kulinarik-Festival im Rückblick
Der Auftakt
"mehr Wein"
"viel mehr Wein"
"noch viel mehr Wein"



Never change a winning team, und so standen der köstliche Osten, Xiao Wang und Heiko Arndt wieder gemeinsam am Teppanyaki-Grill. Das gleiche Motto gilt für Stefan Marquard und seinen ehemaligen Küchenchef Michael Wurm. Einer der fleißigsten, der immer zur Stelle ist, wenn etwas unklar ist, war wie jedes Jahr Michael Riedl. Dafür gibt es von ihm wieder einmal kein vernünftiges Foto. Zumindest als "Fotobombe" auf Stefans Schulter taucht er auf. Der Titel des bestangezogenen Kochs, ging wie jedes Jahr an Katja Hack.
Benedikt Faust und sein Team sind nach ein paar Jahren Pause wieder im Sternebereich am Start. Die Kochbox aus Berlin hat kein Jahr ausgelassen und ist auch heuer wieder dabei. Unter die Arme gegriffen hat ihnen Johann Pilz. Neugierig waren die Gäste auf zwei neue Teams, den Sternekoch Mathias Achatz und Thorsten Hauk, von der Villa Mittermeier.

Diesmal wurde eindrucksvoll bewiesen, wie unterschiedlich gegrillt werden kann. Ein besonderer Hingucker waren die "fliegenden Hühner" von Marcel Speidel und die ganzen Lämmer von Fabian Beck. Beim Grill-Dream-Team Heiko Brath und Tom Heinzle gab es gegrilltes Schwein - Alte Wutz. Und Wolfgang Müller demonstrierte wieder eindrucksvoll, dass er nicht nur gelernter Koch, sondern auch Metzger ist.
Angi und Robert Geißler hatten wieder hessische Küche und ihren Bauchladen im Gepäck. Der Regensburger Sternekoch Anton Schmaus erlebte seine Premiere auf dem Kulinarik-Festival. Alte Bekannte sind die Olivenöl-Produzentin Spyridoula Kagiaoglou und der Koch und Kaninchenzüchter Thomas Schindler.

So schön hat sich der ehemalige Parkplatz herausgeputzt. 

Es gehört zur Tradition des Kulinarik-Festivals, dass dort Köche zusammen arbeiten, die sich sonst ein Jahr lang nicht sehen. Im Lauf der Zeit sind da grandiose Teams wie Heiko Antoniewicz und Wolfgang Laschtowitz entstanden. Bei Jockel Kaiser und Torsten Pistol merkt man, die haben auch das ganze Jahr Spaß. Der Gasthof Hack unterstützt, wie jedes Jahr, Christoph Brand und die Chocolatiers Vater und Sohn Clement haben sich heuer im Outfit den "Bad Boys" angepasst.
In friedlicher Eintracht servierten Hannes Arendholz vegetarische Wraps und Frieder Ziebs ein Fleischgericht. Bei Rainer Heubeck war wieder einmal "alles Käse" und der Sternekoch Michael Simon Reis bereicherte mit seinem Team die Sternekoch-Area. Wir waren zwei Tage vorher noch bei ihm essen - der Bericht folgt bald.

Veronique Witzigmann, unterstützt von Stefan "Eisi" Eisenreich, steuerte wieder eine ihrer köstlichen Dessertkreationen bei. Für den flüssigen Menü-Abschluss sorgte Richard Söldners Vodrock und der Kaffee von Heiko Rehorik. Die ganze Nacht am Zapfhahn versorgte Dom Perras die Gäste mit Rhaner Bier.
Der Trüffelpapst Ralf Bos hatte den Trüffel gleich kistenweise dabei. Ich glaube, da ist trotzdem nichts übriggeblieben, bei dem Andrang auf die Trüffelpasta. Frank Buchholz macht noch ein paar Aufwärm-Übungen, bevor er richtig Gas gibt. Wolfgang Otto hat es leider nicht auf das Foto geschafft, aber sein Küchenchef Stefan Schneider hatte den Stand perfekt im Griff. Toni Woertz ist mit einem größeren Team aus Österreich angereist und hatte zu später Stunde auch noch Essen am Start.

Der kleine Eiswagen von Original Beans machte den Gästen viel Freude. Stefan Marquard überraschte mit einem Kartoffelstampf, der mein Lieblingsgericht auf dem Festival war. Er reiste bereits einen Tag vorher an, um die 125 kg Kartoffeln zu schälen. Beim Stampfen holte er sich die tatkräftige Hilfe von Dominik Rossmann. Die charmante Veronique Witzigmann hatte auch noch Volker Debus an ihrer Seite. Dieses Jahr habe ich extra aufgepasst und die köstlichen Dim Sum von Ulf Tassilo Muench als erstes probiert. Letztes Jahr gingen die bei mir leider unter.

Sehr beliebt war heuer die "Fleisch-Area", wo sich die vielen Grill-Profis postiert hatten. Und wer steht da mitten im Bild? Ein Koch :-).

Bastian Jordan hat sein Olivenöl zur Verkostung geschickt und bei Sebastian Völkl vom Jedermann in Straßkirchen gab es heuer feines Fleischgericht. Viele Hände, rasches Ende dachten sich wohl Georg Schweisfurth und Simon Tress. Zur Verstärkung waren Louis Lingnau, Reinhard und Katharina Angerer am Stand. Die Jungs vom Metzger "Der Ludwig" rissen um Mitternach die Gäste zu Begeisterungsstürmen hin, als sie plötzlich einen riesigen Mett-Igel hervor zauberten.
Der Weinausschank stand heuer unter dem Motto: "harte Jungs und charmante Damen". Sandra Sauer hatte fränkische Spitzenweine im Gepäck und der Winepunk, Marco Giovanni Zanetti seine bewährten "Schweinereien".  Die Sommeliere Helen Mol verstärkte das Damen-Team von Emil Bauer & Söhne.  Mit Sebastian Class gab es erstmalig auch Weine aus Rheinhessen und Familie Schroll stand wieder gemeinsam am Stand. Auch heuer hatten sie eine Überraschung geplant und luden um 23.00 Uhr zur Sektparty. Ja, Gerhard Liebl mit seinen tollen Schnäpsen war auch dabei. Sorry, Gerhard, ich habe leider heute kein Foto für Dich. Holen wir nächstes Jahr nach.

Kleiner Auftakt

Köstlich ging es weiter.

Und jetzt noch ein paar köstliche Teller.
Vielleicht hilft zwischendurch was Süßes?

Langsam werden wir ziemlich satt.


Irgendwie blöd, wenn man den netten Eric Söllner und seine Austern erst entdeckt, wenn man fast nichts mehr essen kann. Auch Andreas Schießel, der das Gourmet-Menü am Vorabend gekocht hat, war als "Mädchen für Alles" erst zu sehr später Stunde für ein Foto erreichbar. Und für die Pralinen wird einfach der Dessertmagen zugeschaltet.


Vielleicht doch noch ein Häppchen zu später Stunde?

Herrliche Stimmung auf einem ganz besonderen Fest.