Donnerstag, 10. Juli 2014

Regional-Markt:
frische Lebensmittel aus dem Chiemgau für München

Mitten im Herzen Münchens haben wir uns getroffen, drei Münchner Foodblogger und Sebastian und  sein Kollege von Regional-Markt. Es war eine sehr nette Besprechung und wir haben viel gelacht. Die Jungs haben ein Konzept und ein Anliegen.

Sie haben ihre Liebe zu frischen, regionalen Produkten zum Beruf gemacht. Das Konzept ist bestechend einfach und logisch. Auf ihrer Homepage kann man die unterschiedlichsten Produkte von Bauern aus dem Chiemgau bestellen und bekommt alles frisch und gut gekühlt nach Hause geliefert. Das Liefergebiet ist das Stadtgebiet von München.

Ob wir Foodblogger das mal testen könnten? Ja, das testen wir gerne, sogar sehr gerne. Ich habe aus dem reichhaltigen Sortiment aus fast jeder Kategorie etwas ausgesucht. Besonders neugierig war ich natürlich auf Salat und Gemüse, da hier meine Messlatte sehr hoch liegt. Schließlich bin ich vom Bürogarten sehr verwöhnt.

Pünktlich zum vereinbarten Termin am Samstag Vormittag stand ein netter junger Mann vor mir und drückte mir zwei Tüten in die Hand. In einer großen Papiertüte waren Brot, Kohlrabi, Radieserl, Gurken und der Sirup. Käse und der Bratenaufstrich waren in einer kleinen Papiertüte, da sie während der Fahrt extra gekühlt wurden und kamen erst bei Ankunft in die große Papiertüte. Der Schnittsalat kam in einer kleinen Plastiktüte. Das gefällt mir schon mal gut; es gibt kaum Verpackungsmüll.


Auf dem Foto kann man schon die knackige Frische vom Gemüse erkennen. Voller Vorfreude bin ich mit den Schätzen in die Küche um ein kleines Mittagessen daraus zu machen. Ich habe es bewusst sehr einfach gehalten, damit ich Geschmack und Qualität der einzelnen Produkte erkennen konnte.

So gab es einfach zwei Scheiben Brot, die eine belegt mit dem Busserl Camembert, die andere bestrichen mit dem bayerischen Bratenaufstrich. Dazu eine Schüssel Salat mit Schnittsalat, Gurke, Radieserl und Kohlrabi und eine Mädesüß-Schorle aus dem Sirup.



Das war ein großartiges Mittagessen und schnell gemacht :-). Die Brote incl. Brotbeläge überzeugten sehr. Ich esse wenig Brot und bin da sehr wählerisch. Das Holzofenbrot war genau nach meinem Geschmack. Camembert ist mein Lieblingskäse und dieser war sehr fein und cremig. Der Bratenaufstrich ist gemein-gefährlich. Der schmeckt wirklich wie ein guter hausgemachter Schweinebraten auf Brot. Den habe ich nur bestellt, weil mir der Tellerschubser dringend dazu geraten hat. Ich prangere das an!

Der Schnittsalat war so frisch, dass er noch feuchte Schnittkanten hatte. Gurken, Radieserl und Kohlrabi bekomme ich auch aus dem Bürogarten. Wenn das dort nicht mehr geerntet werden kann, kaufe ich das in meinem Bio-Markt um die Ecke. Leider haben die Sachen dort nicht die gleiche Qualität und den gleichen guten Geschmack. Deshalb war ich besonders erfreut, dass die Lebensmittel vom Regional-Markt in Bürogarten-Qualität waren. Das konnte ich sehr gut testen, da ich an diesem Tag auch noch Salat und Radieserl von dort hatte.

Mich hat das Angebot voll überzeugt. Dass die Lieferung versandkostenfrei ist und auch zu den Abendstunden durchgeführt wird, ist ein weiterer Pluspunkt. Das war sicher nicht meine letzte Bestellung.

Wer es ebenfalls ausprobieren möchte, kann mir eine E-Mail schreiben und ich schicke Euch einen Gutschein-Code für 5.-- EUR. (Die E-Mail-Adresse verbirgt sich hinter dem grauen Button oben rechts.)


Was hat Petra von Der Mut Anderer bestellt und wie hat es ihr gefallen? Hier könnt Ihr die Antwort lesen.

Dienstag, 8. Juli 2014

Holger Stromberg - Das Kochbuch der Nationalmannschaft
Putenspiesse mit Gurken-Oliven-Salat

Heute drücken wir unseren Jungs im Halbfinale gegen Brasilien ganz fest die Daumen und vielleicht hat Holger Stromberg ihnen auch die Putenspiesse mit Gurken-Oliven-Salat vor dem Spiel serviert.

Das Schöne an diesem Gericht ist, dass man es schnell nach der Arbeit zubereiten kann oder vorbereiten für eine größere Runde fußball-verrückter Fans kurz vor dem Spiel. Die Kombination von Tomaten, Gurken, Oliven und Bohnen ist ungewöhnlich, schmeckt aber sehr gut und erfrischend. Besonders gut gefällt mir das Dressig. Die Basis aus Ingwer, Knoblauch und Chili habe ich schon ein paar Mal wieder mit Agaven-Dicksaft und Essig aufgefüllt. Mir gefällt es sehr gut auf ein selbstgemachtes Dressing im Kühlschrank zurückgreifen zu können.

Für die Putenspiesse bitte immer Bio-Pute kaufen, alles andere wäre wirklich kontra-produktiv für eine gesunde Ernährung. Mein Biomarkt hat wirklich tolles Fleisch, aber manchmal eine komische Art es in den Verkauf zu bringen. Ich konnte es leider nur als vorgeschnittene Streifen bekommen, deshalb waren sie auch so kurz. Ein Stück Putenbrust hätte ich bevorzugt und es dann lieber selber in schmale Streifen geschnitten.

Das Kochbuch der Nationalmannschaft von Holger Stromberg beschreibt das Braten in der Pfanne. Spontan habe ich mich dazu entschieden, die Spiesse auf dem Kontaktgrill zu garen. Das kann ich mir auch sehr gut vorstellen, für die hungrige Meute vor dem Fernseher. Wenn man das Dressing und die Marinade für das Fleisch bereits im Kühlschrank hat, schnell die Zutaten für den Salat fertig macht, dann kann in kurzer Zeit ein gutes und gesundes Essen für das Mitfiebern bei der WM in Brasilien auf dem Tisch stehen.



Marinade für die Pute:
2 EL Rapsöl
1 Stück Ingwer, daumengroß geschält und fein gewürfelt
2 Chilischoten, entkernt und fein gewürfelt
1 TL Currypulver
1/2 Limette
40 ml Fischsauce
40 ml Tamari
25 ml Agavendicksaft

Den Ingwer schälen und fein würfeln, die Chili halbieren, entkernen und in feine Streifen schneiden. Den Saft der Limette auspressen. Das Öl leicht erhitzen und Ingwer und Chili darin leicht anschwitzen. Dann das Currypulver kurz mitrösten und mit dem Limettensaft ablöschen. Fischsauce, Tamari und Agavendicksaft zugeben und alles gut verrühren. Die Marinade abkühlen lassen.


Putenspiesse mit Gurken-Oliven-Salat:
300 gr. Putenbrust
Schaschlik-Spiesse
1 Gurke
100 gr. Cocktailtomaten
50 gr. Kalamataoliven
3 EL weiße Bohnen aus der Dose
1 EL Olivenöl
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Dressing

Die Gurke schälen und längs vierteln. Das Kerngehäuse herausschneiden und die Gurke dann in schmale Stifte schneiden. Die Cocktailtomaten vierteln, die Oliven entsteinen und halbieren. Gurkenstifte, geviertelte Cocktailtomaten, halbierte Oliven und Bohnen in einer Schüssel mischen und mit dem Dressing und Olivenöl marinieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Putenbrust in 2 cm schmale Streifen schneiden und für 15 Minuten in die Marinade einlegen. Die Fleischstreifen wellenförmig auf die Holzspieße stecken und auf dem Kontaktgrill bei mittlerer Hitze braten.


Dressing:
25 gr. Agavendicksaft
50 ml Weißwein-Essig
1 Prise Meersalz
1 kleines Stück Ingwer geschält und in Scheiben geschnitten
2 kleine Knoblauchzehen geschält und grob geschnitten
1 Chilischoten entkernt und klein geschnitten

Den Ingwer schälen und in dünne Scheiben schneiden. Den Knoblauch schälen und grob würfeln. Die Chili halbieren, entkernen und in feine Streifen schneiden. Alle Zutaten in ein großes Einmachglas geben, verschließen und gut durchschütteln. Die Marinade ist sofort gebrauchsfertig - aber richtig gut erst nach ein paar Stunden. Im Kühlschrank wochenlang haltbar und griffbereit.

Zum Marinieren von Salat, das Dressing durch ein Sieb geben. Der verbliebene Rest kann mit Agavendicksaft, Essig und Salz wieder verwendet werden.





Eine Inspiration aus dem Kochbuch der Nationalmannschaft von Holger Stromberg.
Die Rezension findet Ihr hier.

Dazu gab es einen Collio Pinot Grigio aus dem Hause Pighin aus dem Friaul. Der trockene Weißwein ergänzt mit seinen blumig-fruchtigen Aromen sehr schön das Süße-Säure-Spiel des Salats. Auch zum Geflügelfleisch ist er ein feiner Begleiter.

Sonntag, 6. Juli 2014

Rachel Khoo: Kichererbsenpfannkuchen mit Sardellenpaste

Kichererbsenpfannkuchen sind eine tolle Idee, wenn frau einen gluten-intoleranten Herrn bushcook daheim hat, aber leider auch mein Angstgegner. Schon öfters habe ich Rezepte dafür ausprobiert, entweder haben sie gar nicht funktioniert oder nicht geschmeckt. Deshalb war es natürlich Ehrensache, die Variante von Rachel Khoo aus ihrem Buch "Meine französische Küche" auszuprobieren.

Der Teig fühlte sich toll an und es hat mir auch gut gefallen, dass man ihn vorbereiten kann. Beim Ausbacken hat Rachel wohl andere Pfannen als ich. Das Ausreiben mit etwas Öl funktioniert bei mir nicht und leider blieb alles kleben. Ich musste mehr Öl nehmen und habe dann tolle Pfannkuchen bekommen.

Auch das Topping mit der Sardellenpaste hat uns geschmacklich sehr gut gefallen, auch wenn es farblich nicht so hübsch aussieht. Die Pfannkuchen mache ich bestimmt noch öfters, auch mit anderen Belägen. Da sind ganz viele Kombinationen möglich.



Für 2 Personen

80 gr. Kichererbsenmehl
1 Prise Salz
200 ml Wasser

Rapsöl
1 kleine rote Zwiebel geschält und in feine Ringe geschnitten
5 Stiele Petersilie

Sardellenpaste:
40 gr. Sardellen in Öl
1 kleine Knoblauchzehe
1/2 Bio-Zitrone
Olivenöl
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Das Kichererbsenmehl mit Wasser und 1 Prise Salz in einem Becherglas mit dem Pürierstab zu einem glatten Teig mixen und in den Kühlschrank stellen. Der Teig kann sehr gut einen Tag vorher vorbereitet werden.

Die Sardellen in kleine Stücke schneiden, den Knoblauch fein würfeln. Die Schale der Zitrone fein abreiben und den Saft auspressen. Alles mit Olivenöl zu einer cremigen Paste pürieren und mit Pfeffer abschmecken.

Die Zwiebel vierteln und in Ringe schneiden, die Petersilie fein hacken.

Rapsöl in einer kleinen Pfanne erhitzen. Einige Ringe Zwiebeln hineingeben und leicht salzen. Den Teig mit einer Gabel gut durchrühren und soviel in die Pfanne geben, dass sich der Teig bis zum Rand ausbreitet. Den Pfannkuchen knusprig braten und wenden. Auf der zweiten Seite ebenfalls durchbacken, herausnehmen, mit der Sardellenpaste bestreichen und mit der gehackten Petersilie und einigen Zwiebelringen bestreuen. Sofort servieren.

Der Teig kann einige Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden. Die Sardellenpaste ist ebenfalls 3 - 4 Tage haltbar. Damit kann dieses Gericht sehr gut vorbereitet werden.


Eine Inspiration von Rachel Khoo aus "Meine französische Küche".
Hier geht es zur Rezension.

Das kräftige Aroma der Sardellenpaste verträgt auch einen kräftigen Wein mit würzigen Aromen. Bei uns gab es dazu einen Podium Verdicchio Castelli die Jesi aus dem Hause Garofoli.




Bei der Herzensköchin wird gerade der erste Blog-Geburtstag gefeiert und dafür wünscht sie sich auch Rezepte mit Kichererbsen.

Herzensköchin Banner

Freitag, 4. Juli 2014

Rezension: Raritäten von der Weide

Seit einigen Jahren geht der Trend bei den Kochbüchern und in den Küchen von Profis und Amateuren zu vergessenen Gemüsesorten. Wenn ich jetzt darüber nachdenke, gibt es auch kaum etwas zu vergessenen Obstsorten, mal von der Renaissance der Quitte abgesehen.

Noch nie habe ich mir Gedanken über Nutztierrassen gemacht. Bei Fleisch scheiden sich die Geister. Die einen verzichten völlig darauf und leben vegetarisch oder vegan, den anderen ist es egal was sie essen und nehmen die Nachteile der Massentierhaltung billigend in Kauf. Glücklicherweise gibt es einen dritten Trend, der Wert auf gutes Fleisch aus artgerechter Haltung legt und die gesamte Verwertung des Tiers "from nose to tail" propagiert.

So sind in den letzten Jahren Namen wie Schwäbisch-Hallisches oder Bentheimer einem größeren Kreis bekannt geworden. Aus Spitzen-Restaurants kennen wir Limousin, Galloway oder Angus. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich ab jetzt anfange intensiver nachzudenken. Aus dem Stehgreif könnte ich viel mehr afrikanische Gazellenarten aufzählen, als Nutztierrassen.

Jens Mecklenburg hat nun im oekom-Verlag sein Buch "Raritäten von der Weide - 66 Nutztiere, die Sie kennenlernen sollten, bevor sie aussterben" veröffentlicht. Und ich habe bei diesem Thema wirklich Nachholbedarf.





Der geborene Hamburger Jens Mecklenburg ist Food Journalist und war als Gastro-Kritiker für die "Kieler Nachrichten" tätig. Heute lebt er in Kiel und betreut die NDR-Sendung "Schleswig-Holstein mit Genuß" und ein "Genießer-Projekt" für das Schleswig-Holstein-Musik-Festival.

In seiner Einführung stellt er die provokante Frage: "Was sind uns unsere Nutztiere wert?" und beschreibt die Zusammenhänge sehr lesenswert. Die fünf folgenden Kapitel sind den Tieren gewidmet:
- Vom Ur- zum Hausrind - Quantensprung für die Menschheit
- Ich glaube mein Schwein pfeift - Wo ist das glückliche Hausschwein geblieben?
- Lammfromm - Die friedlichen Landschaftspfleger
- Stolz sie Oskar - Kapriziöses Tier mit Kultstatus
- Ich wollt, ich wär ein Huhn - Von stolzen Hähnen und schnatternden Gänsen

Jedes Kapitel startet mit einem Einleitungstext und stellt die unterschiedlichen Tierarten mit einem kleinen Schwarz-Weiß-Foto und amüsant zu lesenden Portraits vor.

Im Anhang finden wir umfangreiches Adressmaterial zu Vereinen, Zoos, Bezugsquellen und weiterführender Literatur. Dabei wurden Adressen in Deutschland, Österreich und der Schweiz berücksichtigt.

Fazit:
Der Erhalt der unterschiedlichen Nutztierrassen kann nur funktionieren, wenn man sie nutzt, sprich: isst. Die alten Rassen sind für die Turbomast nicht geeignet, sondern müssen in der althergebrachten bäuerlichen Landwirtschaft gehalten werden. Und diese Bauern müssen sich mit ihrer Arbeit ins Verdienen bringen. Dies bedeutet, dass wir auch beim Fleisch verstärkt auf die Regionalität und Qualität schauen müssen. Es ist auch selbstverständlich, dass das Tier nicht nur aus Filet besteht und wir nur ein paar Cent dafür bezahlen müssen. Wenn Fleisch, dann gutes Fleisch - das sollte unser Handeln bestimmen. Das Buch "Raritäten von der Weide" ist ein sehr guter Ratgeber, um sich mit dem Thema vertraut zu machen und sich damit auseinander zu setzen. Ich bin jetzt so neugierig geworden, wie unterschiedlich die Tiere aussehen, dass ich mir Farbfotos oder ein Poster mit allen Bildern gewünscht hätte. Vermutlich wäre der günstige Preis von 18,95 EUR dann nicht haltbar gewesen.

Mittwoch, 2. Juli 2014

Besuch der Next Organic 2014

Im Mai fand in Berlin wieder die Next Organic 2014 statt. Die Next Organic ist eine Fachbesucher-Messe und stellt neue Produkte und Trends rund um Essen, Trinken, Genießen vor und findet auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof statt. Ich war schon gespannt welche Neuigkeiten ich wieder entdecken werde.

Bereits am Vorabend konnten wir die ersten Aussteller bei der Next Organic Night im ehemaligen Flughafen-Restaurant kennenlernen.



Gleich am Eingang entdeckte ich "alte Bekannte" im doppelten Sinn. Am Stand der Weinhandlung Suff, deren Weine wir bereits beim Streetfood-Thursday in der Markthalle 9 probieren konnten, gab es Weine aus Italien, die mir bereits bei der slow wine in München positiv aufgefallen sind.

Bio-Limonaden sind immer noch Trend und ganz neu gab es jetzt Wasser in attraktiven Bügelflaschen.



Für das leibliche Wohl war natürlich auch bestens gesorgt mit einer sous-vide-gegarten Hirschkeule mit Sauce auf Brot, Trüffel-Crostini und dem geräucherten Lachs von Glut und Späne, die sonst ebenfalls in der Markthalle 9 zu finden sind.

Meine persönliche Lieblings-Neuentdeckung war der Vermouth von Belsazar - der erste deutsche Vermouth. Besonders köstlich waren der Rosé und der White. Da kann ich nur empfehlen, die Augen aufzuhalten und wenn Ihr ihn entdeckt, mal ausprobieren.


Für das Dessert sorgten die feinen Pralinen von Adoratio Schokoladenkunst, die in kurzer Zeit aufgegessen waren. Da hatte ich Glück gehabt, dass mein Foto gleich am Anfang entstanden ist.


Am nächsten Tag stürzten wir uns in das bunte Getümmel der vielen kleinen Stände und versuchten uns zuerst einen Überblick zu verschaffen. Die Gruppierung der Aussteller in Themenwelten war da hilfreich. Gleich am Eingang gab es Tische, auf denen alle Neuheiten präsentiert wurden. Themenschwerpunkte waren diesmal Wein, Kaffee und Drinks, Bier und Vegan. Vegan war so präsent, dass es sogar zwei Vegan-Köche gab, die ihren Kochstil in einer Koch-Show präsentierten.


Beim Culinary Kiosk gab es nicht nur eine schöne Auswahl von Produkten, sondern auch noch Kochbücher und Magazine aus dem Le Schicken-Verlag. Da bin ich natürlich schwach geworden. Gefreut habe ich mich darüber Temi, einen der Mitarbeiter von Reishunger, einmal persönlich kennen zu lernen.


Bei dem Stand der Berliner Manufaktur Pesto Dealer wurde ich ja letztes Jahr schon schwach und auch heuer durften zwei Gläser mit. Eine schöne Neuentdeckung waren auch die Probierpakete von TRY, deren Olivenöl ich schon ausprobieren konnte. Sehr angetan war ich auch von den Schokolade von Original Beans. Dort schmeckten mir sogar die Dunkelschokoladen.

Ganz besonders möchte ich mich wieder bei Cathrin bedanken, die sich geduldig und kompetent um uns gekümmert hat. Es ist ja schließlich nicht einfach ein buntes Blogger-Häufchen einzufangen :-).

Montag, 30. Juni 2014

Lunch bei Tim Raue in Berlin

Das neue Kochbuch "My Favorite Things" von Tim Raue ist bei mir eingezogen. Beim Durchblättern stellte ich fest, dass es bei mir das gleiche Gefühl auslöste, wie in Gesprächen mit koch-begeisterten Freunden. Die eine Hälfte ist begeistert und schwärmt in höchsten Tönen von Tim Raues Gerichten. Die andere Hälfte verzieht den Mund und weigert sich dort jemals zu essen. Das ist auch der Grund, weshalb ich noch nie in seinem Berliner Restaurant war.

Ich suchte nach einem Zugang zu diesem Buch und war mir sicher, dass ich mir diesen nur durch einen Besuch vor Ort verschaffen kann. Auch diesmal war es so, dass niemand mitgehen wollte. Egal, ich wollte seine Küche unbedingt erleben und habe mich für ein Mittagessen entschieden. Ich fürchte mich nicht, alleine in ein Restaurant zu gehen und es ist mir auch nicht peinlich. Aber es macht zu zweit einfach mehr Spaß, weil man sich austauschen kann. Ein Besuch zum Lunch erschien mir eine gute Alternative zu sein.

Pünktlich um 12.00 Uhr betrat ich das Restaurant und fühlte mich von Anfang an sehr wohl. Das Ambiente ist modern und wohltuend zurückhaltend. Mein Kochbuch hatte ich in der Handtasche dabei und mir fiel auf, wie konsequent das Styling des Restaurants bei der Aufmachung des Buchs umgesetzt wurde. Direkt am Eingang lagen zwei dieser Bücher. Sie wirkten wie eine Ergänzung des Designs und nicht wie ein völlig übertriebenes Produkt-Placement wie bei Johann Lafer oder Alexander Herrmann.

Von meinem Platz aus hatte ich einen sehr guten Blick in die offene Küche. Besonders fasziniert haben mich die Teller mit den Abdeckhauben, die zu Türmen gestapelt wurden. Es erinnerte mich an ein Konzert, bei der sich langsam der Orchestergraben füllt, als die ersten Köche anfingen zu arbeiten. So langsam lief alles auf Hochtouren, schließlich war das Restaurant ausgebucht. Und langsam ebbte es wieder ab. Kaum mehr Tellertürme waren zu sehen, die auf wundersame Weise immer wieder neu auftauchten, und nur noch wenige Köche räumten auf. Jeder Handgriff sass, mit präzisen Bewegungen wurden die Teller für die Gäste zubereitet. Nie kam Hektik oder Unruhe auf, alles war sehr eingespielt.

Sehr aufmerksam wurde ich gefragt, ob ich etwas zu lesen möchte. Nein, vielen Dank, es gab schließlich so viel zu sehen und ich bin leider auch sehr neugierig. Selbst wenn in der Küche gerade nichts los war, erfreuten sich meine Augen an dem eleganten dunkelblauen Farbkonzept, das mit türkis und violett aufgelockert wurde. Besonders begeistert hat mich ein riesengroßes Gemälde mit Müllsäcken und weggeworfenen Kartons an der Wand. Es hört sich seltsam an, aber diese Müllsäcke sahen sehr ästhetisch aus. Das Bild ist wirklich sehenswert.

Meine Vorfreude wurde nicht enttäuscht, als die kleinen Teller mit dem Amuse auf den Tisch kamen.

japanischer Rettich mit Senf
Taglilienblüten mit Minze

Gewürz-Cashewnüsse
Schweinebauch mit Sesam und Chili

Krake, Purple Curry und Melone

Dim Sum Jakobsmuschel, Shiso und Kamebishi Sojasauce

Dim Sum Lammrippchen, Honig und Birne

Fried Rice, Spanferkel und Kaisergranat

Peking Ente Interpretation TR

Calpico, Himbeere, Rhabarber

Geeiste Birne, Cumin-Joghurt, Fenchel

Neben den Dim Sum war ich besonders gespannt auf die Peking Ente Interpretation TR. Bei der Peking Ente wird die sehr knusprig gebratene Haut in Streifen geschnitten und zusammen mit Streifen von Frühlingszwiebeln in kleine Pfannenkuchen gerollt und dann in eine Sauce gedippt.

Tim Raue greift diese Elemente auf, aber er interpretiert sie auch wieder neu. Das Gericht besteht aus drei Teilen und folgt für mich auch dem Gedanken, das ganze Tier sinnvoll zu nutzen. Die gebratene Entenbrust wird von einer Buchweizenwaffel mit eingebackener Frühlingszwiebel begeitet. Die Leber wurde zur Paté verarbeitet und das Entenklein zu einer Brühe. Wieviel komplexer das Gericht noch ist, habe ich danach in My Favorite Things nachgelesen.

Die chinesische Küche lernte ich vor ca. 25 Jahren sehr schätzen, als ich einige Kochkurse bei einer Chinesin aus Singapur machte. Wie war eine begeisterte Köchin und bereiste regelmäßig mit ihrem deutschen Mann die chinesischen Provinzen, um neue Rezepte mitzubringen. Die Zubereitungsmethoden und der Geschmack hatten nichts damit zu tun, was in den chinesischen Restaurants in München auf den Tisch kam. Auch meine Kochbücher waren leider sehr eingedeutscht. Deshalb hüte ich diese Rezepte heute noch wie einen Schatz und war sehr glücklich, solche Gerichte nun in der Spitzengastronomie zu erleben.

Ich war an einem Samstag Mittag dort essen, jeder Tisch war besetzt. Eine Reservierung ist also dringend notwendig. Leider mussten auch ein paar Gäste, die spontan vorbei kamen, weggeschickt werden.

Bei meinem nächsten Aufenthalt in Berlin möchte ich das unbedingt wieder machen und der Empfehlung meiner Bloggerfreundin Petra folgend, die Teebegleitung zum Menü ausprobieren.

Samstag, 28. Juni 2014

Kochen mal anders
Culinary Rebellion mit der Kochbox

Unsere ersten kulinarischen Abenteuer in Berlin haben Claudia und mich schon sehr gut eingestimmt auf einen besonderen Abend. Heiko Schulz und Walde Müller, die Jungs der Kochbox platzen fast vor Stolz und präsentieren ihr erstes Kochbuch "Culinary Rebellion."

In ihrer Kochschule im Herzen von Berlin, nahe dem Alexanderplatz, hat sich ein vergnügtes Grüppchen Foodblogger eingefunden. Das ist immer ein guter Grund für mich, solche Veranstaltungen zu besuchen. Da kann ich bestehende Blogger-Freundschaften intensivieren und neue knüpfen. Besonders froh war ich über das Treffen mit Daniel von Gastro L.E., der mir mit seinen schönen Fotos ausgeholfen hat. Vielen Dank, lieber Daniel.

Nach der herzlichen Begrüßung durch das ganze Kochbox-Team ging es gleich mit zwei Klassikern los. Fröhlich blubberte der Currywurst-Brunnen und wir konnten unsere Wurststücke darin tunken. Das ist doch mal was anderes, als die ewig gleichen Schokofrüchte. Sogar an die Vegetarier wurde gedacht und sie bekamen eine "Extra-Wurst" aus Tofu. Heruntergespült haben wir das nicht mit einem banalen Bier, sondern mit Chicken-Teriyaki-Schwarzbier im Bierglas. Das ist eine kräftige asiatische Brühe und die hat uns richtig munter gemacht.


Bildquelle: Gastro L.E.

An die Freunde von echtem Bier wurde natürlich auch gedacht, aber spannender war der dampfende Prosecco-Aperitif. Von der ersten Sekunde an mochte ich die Location. Die Kochbox ist in einem Bogen eines S-Bahn-Viadukts untergebracht und überraschte mich mit dem eleganten Ambiente mit Kronleuchtern und stylischer Tapete. Die beiden großzügigen Kochinseln sind mit bestem Küchen-Equipment ausgestattet. Da macht das Kochen Spaß. Und mit Heiko und Walde macht es sowieso Spaß. Die sind nie um einen Scherz verlegen und halten uns mit Berliner Herz und Schnauze auf Trab.



Bildquelle: Gastro L.E.

Zusammen mit dem Verleger Florian Bolk vom LeSchicken-Verlag präsentierten Heiko (Mitte) und Walde (rechts im Bild) das neue Kochbuch. Die beiden waren bereits im ersten Buch "Die Stadt kocht" mit vielen anderen Köchen und Genuss-Begeisterten vertreten. Daraus entstand die Idee ein eigenes Buch zu machen.


Bildquelle: Gastro L.E.

Zum Hauptgang stand die Flugenten-Bratwurst mit Kartoffel-Orangen-Stracciatella und Wagyu-Chili-Hollandaise auf dem Plan. Unser Wurstkurs lag noch nicht so lange zurück und so entschieden wir uns für die Kochgruppe um Walde. Es war toll zu sehen, mit wieviel Begeisterung und Engagement unsere Blogger-Kollegen sich um die Wurst kümmerten. Und das konnten wir später auf dem Teller auch schmecken, eine köstliche, würzige Wurst.


Bildquelle: Gastro L.E.

Walde zeigte uns den Umgang mit der Tätowiernadel. Glücklicherweise kamen nicht wir unter die Nadel, sondern der Thunfisch. Statt Farbe wurde Sepia-Tinte verwendet. Neben unserem Arbeitsplatz stand ein großes Goldfisch-Glas und darin tat eine Aquariumspumpe perfekt ihren Dienst und produzierte gewaltige Mengen von Rote-Bete-Schaum. Alles zusammen war unsere Vorspeise, der Tätowierte Teriyaki-Thunfisch mit Wakame-Algen-Salat.


Bildquelle: Gastro L.E.

Besonders begehrt war natürlich der Dessertposten bei Sören, dem heimlichen Liebling der weiblichen Foodblogger-Szene. Unvergessen ist mir natürlich das erste AEG-Kochduell, bei dem die Diskussion über twitter nicht mehr vom Koch-Wettbewerb, sondern sich nur noch um ihn drehte. Als er im Folgejahr von Heiko vertreten wurde, zwitscherten die Damen sofort: "Wo ist Sören?" :-)

Natürlich waren wir genauso vom Dessert begeistert: Erdbeer-Mortadella mit Schoko-Minz-Espuma und halbflüssigem Schokoladenkuchen mit Himbeerschaum.

Bildquelle: Gastro L.E.

Weil der flüssige Stickstoff so ein schönes Spielzeug ist durften wir gegen Ende noch Nitros probieren und beim Ausatmen wie ein Drache dampfen. Daher kommt auch der bezeichnende Name Dragon-Effekt.

Bildquelle: Gastro L.E.


Die Zeit ist wie im Flug vergangen und der Abend hat unglaublich viel Spaß gemacht. Vielen Dank an das ganze Kochbox-Team für die schöne Einladung. Wer neugierig ist, wie das alles schmeckt, der findet alle Rezepte im Kochbuch. Meine Rezension könnt Ihr hier nachlesen.

Wer das Kochbox-Team mal persönlich erleben will, ist mit einem Kochkurs gut beraten oder kommt einfach mal zum Mittagessen vorbei. Die Kochbox ist ein Ausbildungsbetrieb und bietet einen günstigen Mittagstisch an, der von den AZUBIs gekocht wird. Schließlich sollen die ja auch was lernen. Die aktuelle Mittagskarte wird täglich auf der facebook-Seite der Kochbox veröffentlicht.


Das schreiben die Kollegen über den Abend:
Petra von Obers trifft Sahne
Daniel von Gastro L.E.
Melanie von Marsmädchen
Doc. Evas Kochlatein
Claudia von Dinner um Acht
Melanie von Mangoseele


Donnerstag, 26. Juni 2014

Kulinarische Berlin-Impressionen

Die Next Organic 2014 öffnete im Mai wieder ihre Pforten auf dem Flughafen Tempelhof. Der Besuch war schon länger geplant und so ganz spontan ergaben sich noch mehrere kulinarische Begegnungen und ich hatte ein paar tolle Tage in Berlin. Zu meiner großen Freude war Claudia von Dinner um Acht auch dabei - schließlich ist geteilte Freude gleich doppelte Freude.

Der erste Weg führte uns gleich in die Markthalle 9 in Kreuzberg, die mittlerweile schon Kultstatus hat. Wir stürzten uns in das Getümmel des Streetfood-Thursdays. Man hat ja den Eindruck, dass in ganz Berlin die Küche kalt bleibt und sich alle an den vielen Ständen verköstigen. Wie durch ein Wunder konnten wir sogar einen Sitzplatz ergattern. Die waren an dem Abend ein sehr rares Gut.



Ich wollte unbedingt ein Pulled-Pork-Sandwich probieren und hatte erst einmal ein paar Orientierungsprobleme. Wo ist das Ende der Schlange? Die hungrigen Besucher standen fast einmal komplett um das Areal herum. Meine Geduld wurde auf eine harte Probe gestellt, aber letztendlich doch belohnt. Es schmeckte phantastisch.

Dazu könnten wir uns eine gut gekühlte Flasche Grüner Veltliner aus Österreich. Für die zweite Runde galt dann die Devise sich dort anzustellen, wo wenig los ist. So kamen wir noch in den Genuss von Tapas und einer feinen Käseauswahl.


Das Ende um 22.00 Uhr war schneller da als uns lieb war. Wir hatten so nette Gesellschaft am Tisch und uns bestens unterhalten. Die Halle leerte sich ganz langsam und wir zogen weiter in die Madonna Bar. Schöner Zufall, dass der Besitzer Geburtstag hatte und zur Feier sogar eine Live-Band spielte. Dort ließen wir den Abend schön ausklingen.

Am nächsten Morgen trafen wir uns zum Frühstück im Cafe Koffäin, wo es sehr gute Sandwich, Bagels und Kuchen gibt. Das Wetter war perfekt und so gab es den Latte draußen an einem der kleinen Tische.


Jetzt waren wir gut gestärkt für unsere kleine Shopping-Tour durch das kulinarische Berlin. Als Mittagessen gab es wieder mal was mit Brot, das zieht sich fast schon wie ein roter Faden durch unser Programm. Wir besuchten die Jüdische Mädchenschule, in der Mogg & Melzer angeblich das beste Pastrami überhaupt anbieten. Sowas muss natürlich getestet werden. Wir versuchten Pastrami Sandwich, Reuben Sandwich und den Käsekuchen. Alles war wirklich ausgezeichnet und wenn es nicht so gut gewesen wäre, hätten wir die extrem lange Wartezeit im Deli nicht ertragen. Es lohnt sich hinzugehen, aber man sollte etwas Geduld mitbringen.



Dienstag, 24. Juni 2014

Lillet-Fizz mit Ingwer und Zitrone
Rachel Khoo - Meine französische Küche

In ihrem Kochbuch "Meine französische Küche" nimmt uns Rachel Khoo mit auf eine Reise durch die französischen Regionen. Dabei spürt man ihre Liebe zur regionalen Küche und den Produzenten vor Ort. Besonders gut gefällt mir, dass sie den traditionellen Rezepten einen besonderen Pfiff gibt. Diese eigene "Rachel-Note" hat mich besonders gereizt bei diesem Cocktail.

Mit Lillet blanc habe ich mich ja schon sehr angefreundet, weil er ein aromatischer und frischer Aperitifwein ist und ich ihn bei einem Workshop näher kennen lernen durfte. Mein selbst-gemixtes Fläschchen Lillet stand noch im Kühlschrank und ich glaube, es hätte Rachel besonders gut gefallen, dass ich sozusagen einen eigenen Lillet verwende.

So ein Cocktail besteht glücklicherweise nicht nur aus einem alkoholischen Getränk, sondern er wird mit einer spritzigen Limonade aufgegossen. Ich habe als Kind sehr gerne Zitronenlimonade getrunken, aber nicht jede. Ich war damals schon wählerisch und sie durfte vor allem nicht zu süß sein und sollte schön zitronig, aber nicht zu künstlich schmecken. Irgendwann habe ich mir das abgewöhnt und jahrelang nur noch Wasser - aber immer mit Gas - getrunken. So langsam komme ich wieder auf den Geschmack und konnte heuer schon einige Tonics und Limonaden ausprobieren. Da tut sich im Moment viel und es gibt viel zu entdecken.

Für diesen Cocktail habe ich das Tonic von Fever-Tree verwendet. Es schmeckt schön herb, aber nicht bitter und ergänzt den süßen Ingwer. Der Cocktail ist sehr süffig und schmeckt gleich nach mehr.... glücklicherweise ist er leicht und frisch. Ein toller Auftakt für einen Grillabend. Rachel macht ihn richtigerweise in einer größeren Menge in einem Krug. Da kann man ihn gleich schön an die Gäste verteilen. Ich habe das Rezept auf 2 Gläser reduziert und auch auf die Eiswürfel verzichtet. Da ich sehr gerne eiskalt trinke, lege ich die Getränke am liebsten in die 0-Grad-Zone meines Kühlschranks. Für zwei Portionen braucht es dann keine Eiswürfel, die den Drink auch nur verwässern würden.



Alle Getränke sollten eisgekühlt sein. Wer will, kann auch noch Eiswürfel verwenden.

100 ml Lillet
2 Stäbchen kandierter Ingwer
ein paar Scheiben einer Bio-Zitrone
4 Basilikumblätter
200 ml Fever-Tree Tonic Water

Die Zitrone längs halbieren und in dünne Scheiben schneiden. Die Ingwerstäbchen fein hacken.

Den Lillet mit Ingwer, Zitronenscheiben und Basilikumblättern mischen und mit dem Tonic Water aufgießen.


Eine Inspiration aus "Meine französische Küche" von Rachel Khoo

Dieser zischende, erfrischende Drink muss natürlich bei dem neuen Blog-Event von Zorra und S-Küche dabei sein. Hoffentlich erfrischt er Euch genauso, wie mich.

Blog-Event C - Zisch! Erfrisch mich! (Einsendeschluss 15. Juli 2014)

Sonntag, 22. Juni 2014

Custoza-Verkostung im Restaurant Tantris, München

Custoza DOC ist ein leichter, frischer Weißwein aus dem Gebiet zwischen Gardasee und Verona. Meine erste Begegnung damit liegt schon mindestens 15 Jahre zurück. Damals hieß er noch Bianco di Custoza und ich mochte den Namen und trank den Wein besonders im Sommer sehr gerne. Der Vater meiner Freundin kannte dort einen Winzer und hat regelmäßig eine Kiste Wein für uns mitgebracht.  Als er nach Südafrika auswanderte, ist diese Quelle leider versiegt.

Die Winzer dieser Region haben sich 1972 zur Schutzgenossenschaft des Custoza zusammengeschlossen. Aktuell hat das Konsortium ein Förderprojekt gestartet, um die sehr guten Beziehungen zum deutschen Markt zu intensivieren. So gibt es nun eine Homepage, die viele Informationen in deutscher Sprache zu den Weinen und ihren Produzenten bereit hält. Zusätzlich hat das Konsortium, unter Leitung des Präsidenten, Luciano Piona, das Fachpublikum zur Weinverkostung und Diskussion mit den Winzern in das Restaurant Tantris geladen.

Dort hatten wir ausreichend Gelegenheit die Weine zu Verkosten und Kennen zu lernen. Zum Aperitif wurde uns eine Auswahl Custoza DOC unterschiedlicher Winzer präsentiert, die leider nicht an der Veranstaltung teilnehmen konnten. Gleich der erste Wein aus dem Hause versetzte mich in die Vergangenheit, da er mich sehr an den mir bisher bekannten Bianco di Custoza erinnerte.



Der Custoza wird jung getrunken, erfuhren wir und das passt zu meinem persönlichen Geschmack. Ich bevorzuge trockene, frische, junge Weißweine und die am liebsten eiskalt. Er ist eine Cuvée aus bis zu 9 Rebsorten und die Machart des Mischsatzes obliegt dem Winzer. Das erklärte mir auch die großen Unterschiede zwischen den einzelnen Weinen. Die Haupt-Rebsorten des Custoza sind Trebbianello und Garganega.

Das angenehm leichte Menü von Hans Haas war sehr fein auf die Weine abgestimmt, die nun zur Verkostung anstanden. Zu jedem Gang wurden mehrere Weine präsentiert und die Winzer bzw. Vertreter des Weinguts waren persönlich anwesend und stellten sich und ihre Arbeit vor. Es fiel mir auf, wie groß das Interesse für Deutschland ist, da einige ihre kleine Rede auf Deutsch hielten, ansonsten war die Englisch die bevorzugte Sprache. Da musste ich noch schnell mein Schulenglisch aufpolieren, um mich mit meiner italienischen Tischnachbarin zu unterhalten.

Amuse: Thunfisch-Carpaccio

Lobster und Languste mit Avocado und jungem Fenchel

Custoza 2013 "Val del Molini" Cantina di Custoza
Custoza 2013 "Ca Vegan" Cantina di Castelnuovo
Custoza 2013 Tamburino Sardo (*)
Custoza 2013 Pigno (*)
Custoza 2013 Le Tende


Huchenfilet mit Apfel und Sellerie, Holunderblüten-Kartoffelpüree und Dashi-Sauce

Custoza 2013 "Le Vigne di San Pietro"
Custoza 2013 "San Michelin" Gorgo (*)
Custoza 2013 Albino Piona
Custoza 2013 Corte Gardoni (*)


Kalbsfilet mit Spinat, Lauch-Risotto und frischen Pfifferlingen

Custoza 2012 Villa Medici
Custoza 2012 "Ca del Magro" Monte del Fra
Custoza 2012 "Elianto" Menegotti (*)
Custoza 2012 "Amedeo" Cavalchina


Dessert von Schokolade und Passionsfrucht mit Erdbeer-Joghurt-Eis

Auswahl gereifter Custoza

Das war eine sehr schöne und informative Veranstaltung. Ich habe einige Weine entdeckt, die mir besonders gut gefallen haben (Notiz an mich: mit * gekennzeichnet) und viel über das Anbaugebiet und den Wein erfahren. Da freue ich mich wieder, dass ich in München lebe und Weine aus Norditalien mit dem Etikett "regional" versehen darf.