Dienstag, 3. Mai 2016

Harissa-Lachs mit Orangen-Hirse

Meistens wird abgeriebene Zitrone für Gerichte verwendet und die Orangenschale führt nur ein Schattendasein. Für beides sollte man unbedingt Bio-Früchte besorgen, wobei man eigentlich immer versuchen sollte nur Bio-Obst und -Gemüse zu kaufen. Ich kaufe mir grundsätzlich nur Bio-Zitrusfrüchte und setze die Schale frisch ein, oder konserviere sie. Sehr gerne habe ich das Aroma von Orangenschale und bei diesem Lachsgericht kommt es besonders gut zur Geltung. Als mein großes, gemischtes Obst- und Gemüse-Paket von Delicado48 angekommen ist, waren perfekt gereifte Bio-Orangen dabei. Die wollte ich richtig in Szene setzen und dafür ist dieses Rezept sehr gut geeignet.

Eine Besonderheit ist auch die Hirse. Ich habe Hirse schon vor einiger Zeit für uns entdeckt, da Herr bushcook glutenfrei essen muss. Damit fällt, der von mir sehr geliebte, Couscous leider aus. Ich habe viel experimentiert mit glutenfreien Couscous-Sorten und fand alle schrecklich und matschig. Auch Quinoa und ich werden keine großen Freunde. Aber Hirse ist wirklich wunderbar körnig. Um diesen Effekt zu verstärken, röste ich einen Teil und mische ihn am Schluss unter.




für 4 Personen als Vorspeise oder 2 Personen als Hauptgang

300 gr. Lachsloin
1 kleiner TL Harissa
abgeriebene Schale einer Bio-Orange
1/2 TL Korianderkörner
2 EL Olivenöl
Meersalz

1 EL Butter
1 Schalotte fein gehackt
125 gr. Hirse
2 EL Hirse
2 Bio-Orangen
300 ml Gemüsebrühe
1 Sternanis
1 rote Thai-Chili

1 Hand Rucola

Die Korianderkörner im Mörser fein mahlen und mit der abgeriebenen Orangenschale, dem Harissa und dem Olivenöl gut verrühren.

Den Backofen auf 100 Grad vorheizen.

Die Schalotte schälen und in kleine Würfel schneiden. Die Schale der beiden Orangen fein abreiben. Eine Hälfte für die Lachsmarinade verwenden. Die zweite Hälfte für die Hirse aufheben. Von einer Orange den Saft auspressen, die zweite Orange filetieren und die Filets in feine Scheiben schneiden. Die Chili längs halbieren, die Kerne entfernen und dann in feine Streifen schneiden.

Die beiden EL Hirse in einer trockenen Pfanne rösten.

Den Lachsloin in vier gleichgroße Stücke schneiden und rundum mit der Marinade einpinseln. Den Fisch für 10 Minuten marinieren lassen.

Die Gemüsebrühe erwärmen.

Die Butter in einem weiten Topf schmelzen und die Schalotten darin anschwitzen. Sofort leicht salzen und die Hirse zugeben und ebenfalls anschwitzen. Dann leicht salzen und mit einem Schuss Orangensaft ablöschen. Chili und Sternanis zugeben. Mit der warmen Gemüsebrühe auffüllen und die Hirse für ca. 25 Minuten köcheln lassen.

Die Lachsstücke auf ein Gitter legen, salzen und für 20 Minuten in den Ofen geben.

Den Rucola waschen und in kleine Stücke zupfen.

Kurz vor Ende der Garzeit der Hirse den restlichen Orangensaft zugeben. Wenn die Flüssigkeit verkocht ist, mit Salz und Pfeffer abschmecken und die geröstete Hirse und die Orangenfilet-Stücke zugeben.

Beim Anrichten die Hirse auf die Teller geben, die Lachsstücke aufsetzen und mit dem Rucola garnieren.



Dieses Rezept ist eine Inspiration aus dem Kochbuch "Zitrusfrüchte" von Armin Zogbaum.

Sonntag, 1. Mai 2016

Weinraritätenabend bei Mario Gamba
im Restaurant Acquarello

Schon oft habe ich mich gefragt, wie gereifter Wein schmeckt, wenn er wirklich schon ein stattliches Alter hat. Im heimischen Weinkeller versuche ich es immer wieder, ein paar Flaschen zur Seite zu legen. Leider gelingt mir das nicht sehr gut, wir trinken den Wein viel zu jung. Bereits nach zwei bis drei Jahren lässt sich bei manchen Weinen eine geschmackliche Steigerung feststellen. Was passiert nach zwanzig oder noch mehr Jahren? Darüber habe ich bisher nur gelesen und konnte es mir nicht vorstellen.

Einmal im Jahr gibt Mario Gamba langjährigen Gästen die Gelegenheit an einem Weinraritätenabend im Restaurant Acquarello teilzunehmen. Für diesen Abend stellte die Enoteca Castelletti, Ponte San Pietro in Bergamo die kostbaren Raritäten aus ihrem Weinkeller zusammen. Die Enoteca wird seit über 80 Jahren von der Familie Castelletti geführt und gilt als beste Enoteca Italiens.

An diesem sehr besonderen Abend gab es mehrgängiges Menü, das die typische Handschrift von Mario Gamba trug. Er hat sich der klassischen Cucina Casalinga verschrieben und verwendet dafür ganz besondere Zutaten, wie den seltenen Radicchio Rose aus Görz, nach denen er intensiv sucht. Verfeinert werden die Gerichte mit der großen französischen Kochkunst, die er auf seinem beruflichen Weg bei Spitzenköchen, wie Heinz Winkler, schätzen lernte. Das kann man ganz besonders bei den Saucen schmecken.

Unter den Weinen befanden sich nicht nur Rotweine, denen man ein würdiges Alter eher zutraut, sondern auch zwei Weißweine aus den Jahren 1989 und 1982. Die beiden haben mich als Weißweintrinkerin besonders begeistert. Solche Aromen habe ich bei Weißwein bisher noch nicht erlebt.

Als ganz besondere Ehre habe ich es empfunden, einen Malaga Riserva aus dem Jahre 1885 trinken zu dürfen. Alle Weine präsentierten sich als rund und sehr komplex in den Aromen. Da war kein unangenehmer Geschmack, nach überlagerten Weinen, spürbar. Dieser großartige Abend bleibt mir noch lange in Erinnerung und gehört zu den kulinarischen Highlights, die ich bisher erleben konnte.

Radicchio Rose aus Görz mit Lardo

Geflügelleberpraline im Pistazienmantel, Apfel-Vanille-Ragout

1976 Schloss Groenesteyn, Kiedricher Gräfenstein, Riesling Auslese

Dieser Riesling war bereits 40 Jahre alt und hatte intensive Honignoten mit einer leichten Süße. Trotzdem ist er frisch geblieben und überzeugte mit feinen Zitrusnoten. Das war mein Lieblingswein an diesem Abend.

Luca Castelletti präsentiert die Weine aus seiner Enoteca

Carpaccio vom Fassona Kalb, Parmesanluft, Senffrüchte, Kräuteremulsion

1989 Pouligny Montrachet 1er cr, Clerc & Fils

Der zweite gealterte Weißwein war sehr kräftig im Aroma und schmeckte nach Kräutern und Pumpernickel.

Spaghettinisalat, Oscietra Kaviar von Groll, Schaum von der Amalfizitrone,
Sauerrahm, Wachteleier, Schnittlauch

Taleggio-Tortelli, Paprikaschaum, dreierlei Paprikabrunoise, Kalbjus, Melange Noir

1982 Santenay cru La Comme, Louis Lequin

Den Santenay gab es zu den Taleggio-Teigtaschen und er war der ideale Begleiter, da er deutliche Pfeffer- und Paprikanoten hatte.

1981 Mersault cru Les Malpoiriers, Jean Claude Monnier

Beim Mersault waren die Tannine sehr gut eingebunden und sehr fein. Er hatte eine leichte Bitterness und eine feine Säure.

Onsen-Tamago-Ei mit Blattgold, schwarzer Perigord-Trüffel, Sherryschaum

Filet vom bretonischen Loup de Mer Wildfang, Kartoffelkruste, Rotweinbutter, Meeresalgen

1986 Bordeux CH Canon la Gaffelière Grand cru

Dieser Bordeaux überzeugte mit viel Schmelz und intensiver Frucht. Er harmonierte sehr schön mit den Aromen des Fischgerichts.

Gemüse- & Kräutercappuccino

1979 Sassicaia Riserva, Tenuta San Guido
1971 Barbaresco, Riserva Parroco di Neive

Zum Hauptgang gab es zwei italienische Weine, die immer noch feine Tannine hatten. Der Tenuta San Guido überraschte mit Aromen von Zedernholz, Pilzen und Kräutern.

Mieral Taubenbrust, gelierte Kokosmilch, Mango, Purple Curry


Diez Vintage Porto 1974 mit Käse

Dieser gereifte Portwein hatte die perfekten Aromen, um Käse zu begleiten. Er schmeckte nach Datteln, Feigen und Walnüssen. Auch der Käse war ganz besonders. Darunter befand sich ein Käse, der üblicherweise nur dem Papst serviert wird (zweiter von rechts).

1885 Malaga Riserva, Scholtz

Schwarzwälder Kirsch im Glas

Dreierlei Tartes mit Pistazien-, Karamell- und Kaffeesabayone



Digestif: 1945 Liquore Coca Buton
Für diesen Kräuterlikör werden, neben Melisse, Brennessel und Artemisia, auch Kokablätter aus Peru verwendet. Das Kokain wird während des Herstellungsprozesses eliminiert.


Freitag, 29. April 2016

Rezension: fit-Mix von Sebastian Copien
Vegane Blitzrezepte aus dem Mixer

Letztes Jahr habe ich mich mit der "Veganen Kochschule" von Sebastian Copien auseinander gesetzt. Ich ernähre mich nicht vegan, ich esse einfach alle natürlichen Lebensmittel - außer Sauerkraut. Es muss nicht immer Fleisch oder Fisch sein, auch ein vernünftig gekochtes Gericht aus pflanzlichen Zutaten schmeckt mir. Bei Sebastians Buch hat mir besonders gefallen, dass die Gerichte schön aussehen, wirklich gut schmecken und keine Ersatzstoffe benötigen.

Mit diesen Gedanken im Hinterkopf habe ich mir sein neuestes Buch "fit-Mix" angesehen. Auch hier gilt, ich trinke keine Smoothie und halte den Hype darum für überflüssig. Glücklicherweise geht es in diesem Kochbuch um vegane Blitzrezepte aus dem Mixer, wie der Untertitel verrät. Es ist ein Kochbuch für den Standmixer - bevorzugt Hochleistungsmixer - geworden.




Zum Einstieg erläutert Sebastian, auf was man achten muss, wenn man sich einen Hochleistungsmixer zulegen möchte. Sehr erfreulich ist, dass er objektive Kriterien aufzählt und keine Marken. Besonders gut gefallen hat mir der Hinweis, dass man sich für kleine Mengen einen kleinen Mixbecher zum Gerät besorgen sollte.

Der Rezeptteil startet mit "Smoothie-Bowls, Shakes & Drinks". Für die Rezension habe ich mir sehr bewusst zwei Rezepte aus diesem Teil ausgesucht. Ich wollte wissen, ob sie mir schmecken, da ich kein Fan davon bin. Geschmacklich und optisch haben sie mich voll überzeugt. Bei "Suppen, Saucen & Co." darf sogar gekaut werden. Die Suppen bekommen eine extra zubereitete Einlage. Hinter den Saucen verbergen sich viele Nudelsaucen, die nur ein Bestandteil des ganzen Gerichts sind. Im Kapitel  "Aufstriche & Dips" finden sich herzhafte und süße Anregungen aus der internationalen Küche. "Desserts & Eis" zaubert Sebastian auch aus dem Mixer. Auch hier gilt, es gibt nicht einfach nur süße Cremes. Aus dem Mixer kommt eine Komponente des Gerichts, zusätzlich wird gekocht bzw. gebacken.

Das alphabetische Register am Ende des Buches ist so, wie es sein sollte. Es listet nicht nur die Rezepttitel auf, sondern auch die Zutaten mit einem Verweis auf das passende Rezept.

Die Rezepte sind übersichtlich dargestellt, mit genauer Personenanzahl, Zutatenliste und Zubereitung. Oft ist noch ein erläuternder Tipp angegeben. Die Zutaten sind im normal sortierten Supermarkt erhältlich. Jedes Rezept ist mit einem sehr ansprechenden Rezeptbild illustriert. Die beiden Cooler, die ich ausprobiert habe, waren einfach und sehr schnell zuzubereiten.

Die Kombination von Zitrone und Datteln gibt der Gurke ein volles Aroma, bei dem Süße und Säure schön ausgewogen sind. Der Gurken-Cooler ist sehr erfrischend und schnell zubereitet.





Gurken-Cooler mit Basilikum

für 2 - 4 Personen (je nach Größe des Glases)

Cooler:
1 kleines Stück Salatgurke (ca. 1/4)
1 Bio-Zitrone
15 große Basilikumblätter
3 Minzeblätter
5 Datteln
Meersalz
1 Liter kaltes stilles Mineralwasser

Deko:
2 TL brauner Zucker
3-4 Streifen Gurkenschale

Die Gurke waschen, ein paar Streifen für die Deko abschälen und grob gewürfelt in den Becher des Standmixers geben. Die Zitronenschale sehr fein abschälen und einen Streifen davon zur Gurke geben.  Die restliche Zitronenschale konservieren (einfrieren oder nach Art der marokkanischen Salzzitronen einlegen). Nun das Weiße der Zitronenschale gut entfernen und die Zitrone in den Mixer geben.

Kräuterblätter von den Stielen zupfen und in den Mixbecher geben. Die Datteln entkernen und in Streifen schneiden. Zusammen mit einer Prise Salz und dem Mineralwasser in den Mixer geben und alles auf höchster Stufe ungefähr eine Minute glatt mixen. Den Cooler rund eine Stunde in den Kühlschrank stellen.

Etwas Wasser in einen Suppenteller füllen. In einem zweiten Teller den braunen Zucker verteilen. Den Rand der Gläser zuerst in das Wasser und dann in den Zucker tauchen, damit ein Zuckerrand entsteht. Den Cooler aufrühren und vorsichtig in die Gläser gießen. Mit den aufgehobenen Gurkenschalen dekorieren und sofort servieren.




Der Mango-Chili-Cooler bekommt von der Chili eine leichte Schärfe, die sehr gut zum süßen Mango-Aroma passt. Unterstützt werden die Aromen von dem Honig und der Limette. Da wir uns nicht vegan ernähren, habe ich Honig verwendet. Für Veganer empfehlen sich andere Süßungsmittel, wie Agavensirup oder Apfelsüße.




Mango-Chili-Cooler

für 2-4 Personen (je nach Größe des Glases)

Cooler:
1/2 reife Mango
1 kleine rote Chilischote
2 Minzeblätter
40 gr. Honig
Meersalz
1 Bio-Limette
1 L kaltes stilles Mineralwasser

Deko:
hauchdünne Chilistreifen
4-6 kleine Minzeblätter

Das Mangofleisch vom Kern schneiden, grob würfeln und in den Mixbecher geben. Die Chilischote längs halbieren, entkernen und in feine Streifen schneiden. Die Hälfte der Chilistreifen in den Mixbecher geben und die andere Hälfte für die Deko aufheben. Die Schale der Limette dünn abschälen und drei bis vier Streifen mit den Minzeblättern, dem Honig, dem Meersalz und dem Mineralwasser in den Mixbecher geben. Den Saft der Limette auspressen und zu den anderen Zutaten in den Mixbecher geben. Die restliche Limettenschale für die Deko aufheben.

Alles auf höchster Stufe für eine Minute glatt mixen und für ca. eine Stunde in den Kühlschrank geben.

Den Cooler mit einem langen Löffel durchrühren und in Gläser füllen. Ein paar Streifen Limettenschale in sehr feine Streifen schneiden und die Gläser damit, den kleinen Minzeblättchen und Chilistreifen garnieren.




Wer gerne mit dem Mixer schnelle Alltagsgerichte auf den Tisch bekommen will und dabei richtige Gerichte und nicht nur Pürees, Cremes, Suppen ohne Einlage essen will, der findet in "fit-Mix" viele Anregungen. Für Veganer ist es perfekt geeignet, aber auch Nicht-Veganer können damit gesund und geschmackvoll essen.




Mittwoch, 27. April 2016

Jägerhof, das Geniesser- und Wanderhotel
im schönen Passeiertal

Das Passeiertal in Südtirol ist ein besonderes Tal. Dort wird die Schönheit der Bergwelt nicht von Apfelplantagen überdeckt. Auch der Tourismus ist nicht so viel zu spüren, wie in den großen Tälern. Es geht eher gemütlich und naturverbunden zu.

Zwischen Sterzing und St. Leonhard liegt der kleine Ort Walten und dort befindet sich das schöne Geniesser- und Wanderhotel Jägerhof. Siegfried und Irmgard Augscheller führen das Familienunternehmen mit viel Herzblut. Siegi steht in der Küche oder in seinem Gemüse- und Kräutergarten vor dem Haus. Irmgard kümmert sich aufmerksam um die Gäste. Die Küche des Jägerhof ist mit vielen Auszeichnungen geschmückt, darunter der Bib Gourmand des Guide Michelin und der Schnecke von Slow Food Italy.

Die 0-Kilometer-Philosophie steht dafür, dass in der Küche hauptsächlich mit Zutaten von Produzenten aus der nahen Region gearbeitet wird. Dieses Credo lebt die Familie Augscheller sehr bewusst und konsequent. Bei unserem letzten Besuch konnten wir auch ein paar der lokalen Produzenten besuchen. (Hier ist der Link zum Bericht).

Die Lage des Jägerhofs ist so schön, dass man dieses Motto auch für die Wanderfreude stehen kann. Direkt vor der Türe liegt der Walten-Rundweg. Das Auto kann getrost beim Hotel stehen bleiben. Einen sehr interessanten Bericht über den Walten-Rundwanderweg gibt es bei Thomas vom Blog Outdoor-Hochgenuss.

Wer Glück hat, entdeckt bei seiner Wanderung diese wunderbare Seilbahn für Milchkannen. Dieses Bild hat für mich die stärkste Aussagekraft, um das Passeiertal und das Engagement der Familie Augscheller zu beschreiben.


Ein Geniesserhotel kann ich gut beurteilen und dieses Attribut bekommt der Jägerhof sehr gerne von mir. Woran erkennt man ein Wanderhotel? Diese Frage habe ich mir vorher nicht gestellt, aber die Antwort habe ich ganz leicht entdeckt. Im Zimmer war ein kleiner Rucksack bereit, falls jemand nicht gut vorbereitet ist und trotzdem Lust bekommt, einfach loszulaufen. Beim Frühstücksbuffet gibt es einen extra Tisch. Dort kann man sich Thermoskannen ausleihen und mit einem schönen Kräutertee füllen. Auch frisches Obst liegt bereit. Bereits bei der Ankunft bekommt man eine kleine Box mit köstlichen, selbstgemachten, Müsli-Riegeln. Und weil die schnell aufgegessen sind, gibt es jeden Tag Nachschub.


Wer abends hungrig von der Wanderung zurück kommt, kann sich über ein feines 4-Gang-Menü freuen. Darin enthalten ist ein abwechslungsreiches Salatbuffet und bei Vorspeise und Hauptgang kann zwischen zwei Varianten (oft auch vegetarisch) gewählt werden. Zum Abschluss sind ein Dessert oder Käse in der Auswahl. Zusätzliche Abwechslung bringen Überraschungen, wie ein großes Dessertbuffet.

Salate und Vorspeisen vom Buffet
Griesnockerlsuppe
Passeier Gebirgsforelle mit Gemüse in der Folie
Geschmorte Bäckchen vom hiesigen Jungschwein
Käse und Süßspeisen vom Buffet

Alle Gerichte werden von Siegi Augscheller liebevoll und frisch gekocht. Vieles dafür kommt direkt aus dem Küchengarten vor dem Haus und wird erst vor der Verarbeitung geerntet. Seit Jahren ist er der Koch mit der höchsten Bewertung im Passeiertal. Sogar den Mohnstrudel für das Frühstück backt er selbst. Auf der Homepage kann man sich sogar sein Kochbuch herunterladen.


Im Jägerhof kann man besonders gut schlafen. Die schönen und gemütlichen Zimmer sind mit Zirbelholz ausgestattet und haben ein sehr angenehmes Raumklima. Als Großstadtkind war die dunkle Nacht und die Ruhe schon ungewohnt, hat aber sehr gut getan. Eigentlich hört man nur ein paar Kuhglocken und in der Frühe kräht der Hahn. Sogar vom Zimmer aus kann man den tollen Ausblick genießen.


Bei schönem Wetter macht das Mittagessen auf der Terrasse besonders viel Spaß. Die Karte mit Südtiroler Spezialitäten macht die Auswahl sehr schwer. Siegi kocht traditionelle Gerichte, aber diese sehr fein und mit dem gewissen Etwas. Sein Knödel-Tris besteht aus Graukäse, Rote Bete und Brennessel und die Forelle gart er im Heubett.




Es erklärt sich von selbst, dass der Jägerhof auch Mitglied bei "Südtiroler Gasthaus" ist. Zu diesem Hotelier- und Gastwirteverband haben sich 32 Traditionsbetriebe zusammengeschlossen und stehen für regionaltypischen kulinarischen Genuss, ungekünstelte Gastfreundschaft und den feinen Sinn für Tradition. Diese Gasthauskultur kann man im Jägerhof besonders gut erleben. Ein ganz besonderes Highlight ist die eigene Quelle, von der man zum Frühstück und Abendessen zapfen kann. Die Quelle entspringt auf 2000 Meter Höhe und das bergfrische Quellwasser schmeckt köstlich.


Damit uns der Abschied besonders schwer fällt, gab es ein besonders köstliches Abschlussmenü, sogar mit Sonntagsbraten und einer vegetarischen Alternative. Das ganze Jahr lässt sich Familie Augscheller etwas Besonderes einfallen.

Ein Blick in das Programm lohnt sich immer. Heuer stehen wieder Wanderwochen zur Alpenrosenblüte, zur Sommerfrische oder im goldenen Herbst auf dem Programm. Diese beinhalten zwei geführte Wanderungen und eine Kräuterwanderung mit der Kräuterpädagogin Rosi Mangger Walder. Für Kulinarik-Liebhaber bieten sich Kräuter-Kochkurse oder die Slow Food Natur & Genusserlebniswoche im Mai oder Oktober an. Abgerundet wird die Auswahl noch mit Fotokursen von Thomas Rathay.

Makkaroni mit Steinpilzen-Speck-Tomatensoße
Kalbsschmorbraten mit Reis und Gemüse
Vegetarisches Blumenkohlgulasch
Omas Mürbeteig-Apfelstrudel mit Vanillesauce
Käse

Montag, 25. April 2016

Spargelgemüse mit Bärlauch-Beurre blanc
und Räucher-Saibling

Vielleicht passen Spargel und Bärlauch deshalb so gut zusammen, weil ihre Saison kurz ist und die Zeit, in der beide verfügbar ist, noch kürzer ist. Sobald im Garten der Bärlauch die ersten grünen Spitzen zeigt, beginnt auch meine Vorfreude auf den Spargel. Dann muss ich den Bärlauch einteilen, damit noch Blätter da sind, wenn es regionalen Spargel zu kaufen gibt.

Zum Spargel braucht es nicht viel. Mir reicht dazu schon geschmolzene Butter und Schnittlauch. Wenn es etwas feiner sein darf, dann bietet sich eine Beurre Blanc mit Bärlauch an. Und mit einem Stück geräucherten Saibling wird da schon ein edles Gericht daraus.

Eine große Bärlauch-Liebhaberin ist auch Sina von "giftigeblonde". Sie hat den Blog-Event Bärlauchliebe ins Leben gerufen und dort gibt es noch viel mehr Bärlauch-Rezepte zu entdecken.




für 4 Personen

Räucher-Saibling:
2 geräucherte Saiblingsfilets

Spargelgemüse:
1 kg Spargel
Meersalz
Zucker
2 EL Butter

Bärlauch-Beurre blanc:
2 kleine Schalotten
1 EL Butter
125 ml trockener Weißwein
1 EL Weißweinessig
1 kleines Lorbeerblatt
5 schwarze Pfefferkörner
2 EL Sahne
100 gr. Butter
1 Bund Bärlauch

Den Backofen auf 80 Grad vorheizen, die Saiblingsfilets portionieren und im Ofen temperieren.

Den Spargel schälen, die trockenen Enden abschneiden und die Stangen dann schräg in mundgerechte Stücke schneiden und in einen Topf geben. Die Spargelstücke mit Salz und Zucker marinieren, bis sie Wasser ziehen. Dann mit Butter bei mittlerer Hitze und geschlossenem Deckel bissfest garen.

Die Schalotten schälen, sehr fein würfeln und in einem EL Butter anschwitzen, dabei sofort leicht salzen. Mit dem Essig und dem Weißwein ablöschen. Lorbeerblatt und Pfefferkörner hinzufügen und die Flüssigkeit reduzieren lassen. Wenn kaum mehr Flüssigkeit im Topf ist, die Sahne zugeben und alles einmal aufkochen lassen. Die Reduktion durch ein Sieb abgießen und zurück in den sauberen Topf geben.

Die kalte Butter in Stücke schneiden und Stück für Stück in der Reduktion mit einem Schneebesen aufschlagen. Die Stiele der Bärlauchblätter abschneiden, dann die Bärlauchblätter längs halbieren und in feine Streifen schneiden. Kurz vor dem Servieren, die Bärlauchstreifen in die Beurre blanc einrühren.

Anrichten:
Das Spargelgemüse auf einen Teller geben. Das warme Saiblingsfilet darauf setzen und mit etwas flüssiger Butter abglänzen und ein paar Bärlauchstreifen garnieren. Die Beurre blanc über den Spargel geben und sofort servieren.




Zum Spargel trinken wir grundsätzlich sehr gerne Riesling und am liebsten ist er uns, wenn er eine knackige Säure und eine feine Mineralität hat. So einen Riesling habe ich beim "Weingut am Nil" entdeckt. Wer vermutet, dass der Wein aus Ägypten kommt, der irrt. Es liegt in der schönen Pfalz und wurde nach der historischen Einzellage Nil, als Teil des Kallstadter Saumagens, benannt.




Mein Beitrag zum Blog-Event "Bärlauchliebe":


Blogevent von Obers trifft Sahne: Natürlicher Genuss

Samstag, 23. April 2016

"Blogger schenken Lesefreude" am Welttag des Buchs
Vier kulinarische Bücher zu gewinnen

Am Welttag des Buchs ist es eine schöne Tradition geworden unseren Lesern ein Dankeschön zurückzugeben. Schon seit einigen Jahren gibt es die Aktion "Blogger schenken Lesefreude". Dort findet Ihr eine Liste mit allen teilnehmenden Blogs. Am Ende dieses Beitrags verweise ich auf die bloggenden Kollegen, die ebenfalls Kochbücher oder kulinarische Bücher verlosen. Sie freuen sich auch auf Euren Besuch.

Heuer freue ich mich sehr darüber, dass ich vier besondere Bücher verlosen kann:



Yvette van Boven: Home Baked

Das dritte Buch der beliebten Autorin. Diesmal hat sie sich auf Backrezepte konzentriert und bleibt ihrem Stil treu. Die Rezepte sind schnell und einfach in der Zubereitung und geschmacklich sehr gelungen. Über 200 Rezepte für süßes und pikantes Backwerk sind in diesem Buch.
Ralf Bos: Mein kulinarisches ABC

Wer kulinarische Anekdoten liebt, wird von diesem Buch begeistert sein. Kaum jemand hat soviel kulinarisches Wissen, wie Ralf Bos. Er schöpft aus seinem Erfahrungsschatz und unterhält uns charmant mit seinen Erlebnissen und Gedanken.
Roland Trettl: Serviert - Die Wahrheit über die besten Köche der Welt

Zehn Jahre als Executive Chef im Hangar 7 haben Roland Trettl geprägt. In dieser Zeit arbeitete er mit den namhaftesten Köchen der ganzen Welt zusammen und lernte deren Art zu kochen kennen. Mit diesem Buch setzt er sich damit auseinander und erlaubt uns einen Blick hinter die Kulissen.
Georg-Heinrich Wiedemann: Das Buch vom guten Essig

Auf seinem Doktorenhof in der Pfalz stellt der Autor hochwertigen Trink-Essig nach überlieferten handwerklichen Traditionen her. Das hat ihm sogar den Spitznamen "Essig-Papst" eingebracht. In dem Buch gibt er sein Wissen, besonders über die Geschichte des Essigs und die gesundheitliche Wirkung, weiter. Rezepte runden das Ganze ab.








Wer ein Buch gewinnen möchte, hinterlässt mir bitte bis zum 30. April (gerne bis Mitternacht) unter diesem Beitrag einen Kommentar. Für jeden Kommentar erstelle ich ein Los und ziehe am 1. Mai die glücklichen Gewinner.

Update am 01. Mai 2016:

Die glücklichen Gewinner sind:

Home Baked: Tatjana
Mein kulinarisches ABC: Neri
Serviert: Claudia aus St.
Das Buch vom guten Essig: Sivi

Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner und alle anderern müssen nicht traurig sein, nächstes Jahr gibt es eine neue Glückschance. Die Gewinner bitte ich um Bekanntgabe der Versandadresse per E-Mail: bushcook(PUNKT)kocht(ÄT)googlemail(PUNKT)com.

Blogger Welttag Buches W 1024x533


Weitere Bücher gibt es bei den Kollegen zu gewinnen: