Dienstag, 22. Juli 2014

Start zur kleinen Genussreise in der Fränkischen Schweiz

Manchmal ergeben sich Genussreisen so ganz von selbst - in diesem Fall war es wirklich so.

Seit einigen Jahren bin ich mit einer tollen Gruppe von Hobby- und Profiköchen freundschaftlich verbunden und wir merken bei unseren Koch-Events, dass viel zu wenig Zeit bleibt, um mal ausgiebig zu quatschen. Das wollten wir ändern und uns vor allen Dingen bei dem Organisator unserer bunten Truppe einmal richtig bedanken. So entstand die Idee eines Sommerfests, das sehr langfristig geplant war und ganz dick in unserem Kalender stand.

Ungefähr ein halbes Jahr später erfuhren wir vom Kulinarik-Festival anderer Freunde und das sollte nur eine Woche später stattfinden. Irgendwie waren wir nicht begeistert von Franken heimzufahren und dann eine Woche später in die Nähe von Frankfurt zu reisen. Die Zeit dazwischen sollte sich doch irgendwie sinnvoll füllen lassen. Und das ist uns natürlich wieder einmal gelungen. Ein bisschen kam auch noch der Zufall zur Hilfe und wir besuchten unterwegs noch eine Big-Bottle-Party und hatten tolle Tage an der Mosel. Davon werde ich Euch noch in den nächsten Tagen erzählen.

Der Auftakt fand im Landgasthof Lahner in Veilbronn - fränkische Schweiz statt. Dort veranstalten wir unsere wirklich ambitionierten Kochevents, zu denen die Teilnehmer aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz anreisen. Bei perfektem Wetter sassen wir in dem schönen Biergarten und nutzten die Zeit zum ausgiebigen Plausch und probierten die ersten Köstlichkeiten vom Küchenchef Marcus Müller.


Am nächsten Tag stand natürlich ein Ausflug nach Bamberg auf dem Programm. Wir entschlossen uns wegen dem Fenstertag am Freitag nicht in die Innenstadt zu fahren. Auf diese Idee sind sicher schon genug andere Bamberg-Liebhaber gekommen. Stattdessen wollten wir das Schloss Seehof, etwas außerhalb besuchen.

Das Schloss Seehof war einst eine Sommer-Residenz der Bischöfe und liegt in der Mitte eines riesigen Parks. Früher gab es dort eine Orangerie mit vielen unterschiedlichen Zitrusbäumen. Leider wurden diese verkauft und man hat erst vor ein paar Jahren wieder begonnen eine Sammlung anzulegen. Das Schloss ist sehr attraktiv und es macht Spaß mit Park spazieren zu gehen. Mein Highlight sind natürlich die Zitrusbäume, die jetzt im Sommer im Park stehen dürfen. Dort entdeckte ich diese tolle Frucht der gehörnten Pomeranze.



Zum Mittagessen ging es dann zum Brauerei-Gasthof Drei Kronen in Memmelsdorf. Treue Leser wissen ja, dass wir sehr gerne mit den Büchern über die Weiberwirtschaften aus dem Hädecke Verlag reisen. Empfehlenswert ist auch der ähnlich gestaltete Band "Brauereigasthöfe mit Charme", in dem wir die Drei Kronen gefunden haben. Und das war wirklich ein ausgezeichneter Tipp.

Zanderfilet auf der Haut gebraten mit Grapefruit-Butter und Salzkartoffeln
Jungrinderleber vom Grill mit gebratenen Zwiebeln, Apfelscheiben und Kartoffeltalern
Nougateis mir Karamellschaum und Toffee


Zum Abendessen ging es wieder zurück zu Marcus nach Veilbronn und es wurde ein langer Abend mit viel Spaß und Gelächter. Wenn sich eine große Gruppe Koch- und Kulinarik-Fans trifft, gehen die Themen nie aus.

Für den zweiten Tag war ein kleines kulinarisches Programm geplant, das mir wieder gezeigt hat, wieviele tolle Produzenten es in Deutschland zu entdecken gibt. Ich versuche in meinem Blog einen ganz kleinen Beitrag zu leisten, in dem ich diese Entdeckungen immer in regionale google-maps eintrage und auf dem Reiter Genussregionen veröffentliche.

Mit dem Bus fuhren wir los und hatten großes Glück mit dem Senior-Chef des Unternehmens zu fahren. Der machte auch gleich noch den Reiseleiter und erzählte uns viele liebenswerte Details über die Fränkische Schweiz. Unsere erste Station war das legendäre Kathi-Bräu in Heckenhof. Dort braute früher eine engagierte Frau, die Kathi. Sie hatte ein großes Herz für Motorrad-Fahrer und auch heute noch ist das eine große Anlaufstation für die Biker.

Wir durften die alte Brauerei mit dem Holzbottich besichtigen, die erst seit ein paar Jahren stillgelegt worden ist. In einem Nebengebäude steht jetzt eine moderne Edelstahlbrauerei. Mehr Charme versprüht natürlich die alte Anlage. Zum Einkehr der neuen Zeit gehört auch, dass es im Kathi-Bräu jetzt auch Bier in Flaschen zum mitnehmen gibt. Das ist der geänderten Promille-Grenze zu verdanken und wir haben wirklich sehr viele Motorradfahrer gesehen, die Kaffee oder Apfelsaftschorle getrunken haben. Dafür darf ein Flascherl Bier nach Hause mitfahren.




Nach einer Brotzeit-Stärkung im Kathi-Bräu holte uns der nette Busfahrer wieder ab und brachte uns zur zweiten Station, dem Hofladen Kormann. Dort erwartete uns Frau Kormann, die mit viel Charme und Witz die Geschichte ihres Hofladens erzählte. Sehr kompetent erklärte sie uns ihre Arbeit als Brennerin und das Besondere ihrer Schnäpse.

Als die Familie Kormann vor vielen Jahren angefragt wurde, ob sie Schnaps-Verkostungen für Touristen durchführen könnten, fanden diese noch in ihrem Wohnzimmer statt. Das war sicher auch ein sehr nettes Erlebnis. Mittlerweile wurde über dem Hofladen eine Probierstube eingerichtet, die wunderschön gestaltet ist und zum Wohlfühlen einlädt.




Wir verkosteten verschiedene Schäpse und Liköre des Hauses. Sehr überrascht hat mich auch ein Bitter aus Löwenzahn. Besonders gut geschmeckt hat mir ein Sauerkirsch-Likör, der nicht so süß war und eine schöne Säure hatte. Zusätzlich durften wir verschiedene Schokoladen zu den geistigen Getränken ausprobieren. Es war sehr interessant, wie die Schokolade und der Schnaps sich manchmal perfekt ergänzten und manchmal gar nicht passten.



Jetzt wurde es Zeit, um dem Höhepunkt des Wochenendes nicht zu verpassen, unser Sommerfest. Zusammen mit dem Küchenchef Marcus waren zwei Teilnehmer unserer Gruppe so lieb, ein großes mediterranes Buffet auf die Beine zu stellen. Da konnten wir jetzt zusammen schlemmen und uns an unserer schönen Gemeinschaft erfreuen. Zwischendurch wurde noch ein bisserl Fußball-WM geschaut und glücklicherweise ist auch das gut für Deutschland ausgegangen. (Leider sind die Fotos des Dessert-Buffets dem Fussball zum Opfer gefallen. Es gab Eis, zweierlei Tiramisu und Erdbeerknödel.)




Die schöne Zeit ist blitzschnell verflogen, aber wir haben immer virtuellen Kontakt und bald gibt es wieder ein Event, wo wir uns treffen können und gemeinsam ratschen, lachen und kochen.

Ganz herzlichen Dank an Marcus, Jess, Marcus Eltern, Eva und Henning.

Sonntag, 20. Juli 2014

Test der Microsoft-App "Top-Rezepte"

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich sehr intensiv mit Kochbüchern und nutze sie sehr häufig. Der größte Nachteil von Büchern zeigt sich immer, wenn man unterwegs ist. Sie sind schwer und brauchen viel Platz. Obwohl ich auf meinen Reisen ein großer Freund von mobilen Daten bin, habe ich mich mit der Welt der Koch- und Rezept-Apps kaum beschäftigt. Deshalb bin ich froh, dass ich auf Einladung von Microsoft nun die Gelegenheit bekommen habe, zwei solcher Apps zu testen.

Die App "Top-Rezepte" kann im Microsoft Store kostenlos herunter geladen werden. Die Installation klappte reibungslos und die App konnte ich sofort danach benutzen.

Sehr gut gefallen mir das Layout und das Handling. Die App ist übersichtlich strukturiert, hat wenig Funktionalitäten (was ich grundsätzlich positiv sehe) und braucht keine Erklärungen. Man kann wirklich "gleich loslegen".




Die App ist wie ein breites Band aufgebaut und durch Schieben von links nach rechts scrollt man sich durch die Informationen. Auf der Startseite sieht man das "Rezept des Tages" und eine Sammlung von "beliebten Rezepten". Sobald man ein Stück weiter gescrollt ist, kann man auf die Sammlung seiner Favoriten zurückgreifen. Gleich daneben steht die gesamte Rezeptsammlung bereit. Diese Ansicht, wie auf dem Foto oben zu sehen, war mir die Wichtigste und immer Start meiner Aktivitäten. Deshalb würde mir es besser gefallen, wenn diese Funktionen sofort beim Aufruf der App zu sehen wären.

Hinter den Kacheln verbergen sich Rezepte nach Kategorien. Da sind manche Rezepte falsch einsortiert, wie z. B. Bratheringe in der Kategorie "Vegan" oder ein Bircher Müsle bei "Vorspeisen". Auch die angezeigte Stückzahl ist nicht immer richtig. Hinter der Kachel "Salate" verbergen sich wesentlich mehr Rezepte, als nur eines. Mit diesen beiden Punkten kann ich aber trotzdem gut leben und sie stören mich nicht sehr.

Unglücklicher bin ich über die Rezepte selbst. Sie wirken auf mich, wie eine Rezeptsammlung, wie man sie in einschlägigen Portalen und Foren bereits finden kann. Viele Rezepte sind sehr einfach gehalten und sobald, überspitzt gesagt, drei Zutaten und zwei Handgriffe mehr notwendig sind, ist das Rezept als "sehr schwer" eingestuft. Die Zubereitungsmethoden entsprachen nur selten meinen Erfahrungen in der Küche und ich habe mich wirklich schwer getan, etwas auszuwählen, was mich angesprochen hat.

Sehr gut gefallen hat mir, dass Rezepte ganz einfach mit einem Stern markiert werden können und dann in die Sammlung der Favoriten wandern. So hat man die aktuell interessanten Rezepte schnell im Zugriff.







Bei der Auswahl von Rezepten ist man nicht nur auf die Kategorien beschränkt. Es gibt auch eine Zutatensuche und man bekommt automatisch die Rezepte angezeigt, bei denen die Wunsch-Zutat verwendet wird. Das ist ein großer Vorteil gegenüber einer Rezept-Sammlung in den Kochbüchern. Jeder, der eine Kochbuch-Sammlung daheim hat, kennt das Problem und hat auch schon ewig gesucht, um das passende Rezept für eine bestimmte Zutat zu finden.

Für die mobile Verwendung einer Rezeptsammlung wäre die Möglichkeit hilfreich, die Zutaten des Rezepts auf Knopfdruck in eine Einkaufsliste zu verwandeln. Diese Funktionalität ist bei der App nicht vorhanden. Mich stört es nicht so sehr, weil ich es gewohnt bin, viele Einkaufslisten von Hand zu schreiben.

Wie bei meinen Kochbuch-Rezensionen habe ich auch in diesem Fall drei Rezepte nachgekocht. Zwei davon werde ich Euch vorstellen. Die Nummer drei, ein Fischfilet in Senf-Sahne-Sauce, war zwar essbar, aber ein Genuss war es leider nicht. Auch optisch hat mich das Ergebnis nicht begeistert. Dieses Gericht hätte ich "aus dem Handgelenk" auch kochen können, allerdings wäre ich ganz anders vorgegangen. An den Zutaten hätte ich kaum etwas geändert. So ging es mir leider bei vielen Rezepten, dass ich mich beim Lesen schon sträubte, die Anleitungen zu befolgen.

Meine Auswahl fiel also auf zwei weitere, sehr einfache Rezepte. Eines davon war die Mini-Cracker-Pizza. Normalerweise würde ich immer einen frisch gemachten Pizzateig vorziehen, aber ich muss ja die Gluten-Intoleranz von Herrn bushcook berücksichtigen. Deshalb suche ich immer nach "Basis-Rezepten" bei denen ich glutenfreie Produkte verwenden kann. So gibt es im süßen Bereich bei uns oft Torten mit Keks-Krümmel-Boden und nun habe ich auch eine attraktive pikante Möglichkeit gefunden. Bei der Garnitur habe ich mich an das Bild gehalten. Die dafür notwendigen Cocktailtomaten und Basilikumblätter fehlen leider bei den Zutaten. Es hat auch mit den glutenfreien Crackern sehr gut geklappt und überraschend gut geschmeckt. Das werde ich, auch mit anderen Belägen, noch öfters machen.




Beim Surfen durch die App sind mir als erstes die Antipasti-Pilze ins Auge gestochen. Für die Frischkäsemasse habe ich andere Kräuter verwendet, da die Kapuzinerkresse im Garten wild wucherte. Auch hier habe ich mich vom Rezeptbild leiten lassen und die Pilze entsprechend dekoriert. Dann kam mir auch noch der Zufall zur Hilfe und ich konnte meine Neuentdeckung, die glutenfreien Brotchips von Männl auch noch verwenden. Das war ein wirklich rundum gelungenes Fingerfood und ich werde das Rezept noch genauer aufschreiben und im Blog vorstellen.



Fazit:
Für Menschen, die viel unterwegs sind, bietet eine App große Vorteile im Vergleich zu einem Kochbuch. Nur sollten dann die Rezepte auch auf dem Niveau eines anspruchsvollen Kochbuchs sein. Ansonsten zählt das Argument das oft gebraucht wird: weshalb eine App, im Internet ist schon alles vorhanden. Andererseits muss auch berücksichtigt werden, dass die App kostenfrei ist. Das kann so nicht mehr zur Verfügung gestellt werden, wenn die Rezepte speziell für die App von einem Profi erarbeitet wurden. Jetzt kommen wir an den spannenden Punkt, ob im Internet alles umsonst sein muss? Die App ist schon o.k., dafür, dass sie umsonst ist. Aber sie ist eben nur o.k. und sollte eher als Inspiration gesehen werden, anstatt die Rezepte buchstabengetreu nachzukochen.

Für mich bleibt die Entwicklung weiterhin spannend. Meine Begeisterung für neue Technologien und Anwendungen ist ungebrochen, aber ich wünsche mir mehr Praktikabilität im Alltag.


Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Microsoft entstanden, spiegelt aber meine persönliche Meinung wider.

Freitag, 18. Juli 2014

Gebratene Hendlbrust auf Rucola-Himbeer-Salat mit Himbeeressig aus "Wilde Beeren"

Für dieses schöne Salat-Rezept von Gabriele Halper aus ihrem neuen Kochbuch "Wilde Beeren" konnte ich den Garten plündern. Der erste Rucola war schon da, der Blutampfer entwickelte sich zum Unkraut und es gab schon Himbeeren.

So einen ähnlichen Salat mache ich öfters, dann kann ich alles zusammensammeln, was der Garten gerade hergibt, künftig werde ich auch an die Himbeeren denken. So gut hat mir der Salat gefallen. Ich kaufe bevorzugt ganze Hühner und löse sie selbst aus. Die Keulen geben ein eigenes Gericht, auch die Flügel und die Innereien finden ihre Verwendung. Aus der restlichen Karkasse koche ich eine Hühnerbrühe.

Das Liebste ist mir immer die knusprige Haut, deshalb kämen Hühnerbrustfilets ohne Haut für mich gar nicht in Frage. In der Pfanne kurz angebraten und dann im Ofen gegart bleibt die Haut schön knusprig und das Fleisch saftig.


2 Personen

2 Hühnerbrüste mit Haut
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Rapsöl
etwas Butter

1 kleine rote Zwiebel
1 rote Chilischote
250 gr. Himbeeren verlesen
2 Stiele Petersilie
2 EL Himbeeressig
etwas flüssiger Honig
Olivenöl
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
60 gr. Rucola
60 gr. Blutampfer

Den Backofen auf 140 Grad (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Die Hühnerbrüste salzen und in einer Mischung aus Rapsöl und Butter auf beiden Seiten anbraten. Auf ein Gitter legen und für 25 Minuten bei 140 Grad in den Ofen geben. Herausnehmen etwas ruhen lassen, pfeffern und aufschneiden.

In der Zwischenzeit die Zwiebel schälen, in feine Streifen schneiden und im verbliebenen Fett der Hühnerbrüste anschwenken und leicht salzen. Die Chili entkernen und in feine Streifen schneiden. Rucola und Blutampfer waschen und in mundgerechte Stücke zupfen. Alles vermengen und vorsichtig die Himbeeren untermischen. Aus Honig, Essig, Olivenöl, Salz und Pfeffer eine cremige Vinaigrette rühren und den Salat vorsichtig damit marinieren.

Den Salat auf Tellern anrichten und die in Scheiben geschnittene Hühnerbrust darauf legen, sofort servieren.




Eine Inspiration aus "Wilde Beeren".
Die Rezension könnt Ihr hier nachlesen.


Zum Salat gab es einen meiner Lieblingsweine, den Grünen Veltliner 2013 vom Weingut Zuschmann Schöfmann aus dem Weinviertel in Österreich. Er ergänzte mit seinen pfeffrigen und würzigen Noten besonders schön den Rucola-Himbeer-Salat. In Deutschland kann der Wein über Pellegrini bezogen werden.

Mittwoch, 16. Juli 2014

Einfach mal Whiskey Sour

Meine erste Erfahrung mit einem Cocktail dieser Art stammt aus Zypern. Dort gibt es eine große Vorliebe für Brandy und Brandy Sour. Sobald man die Insel betreten hat, kommt man daran gar nicht vorbei. Für Nachschub ist auch immer gesorgt, da es einige Brennereien gibt.

Ich erinnere mich gut, an ein Mittagessen während unseres Zypern-Urlaubs, wo am Nachbartisch zwei Zyprioten genussvoll eine Flasche Brandy zum Essen tranken und danach ganz selbstverständlich in ein Auto stiegen, als wäre nichts gewesen. Wir machten den Brandy Sour nur zum Abend-Ritual und er ist dann wieder in Vergessenheit geraten, weil er daheim nicht genauso gut geschmeckt hat.

Beim Besuch der letzten Finest Spirit fiel mir diese Geschichte wieder ein und ich wollte mir dafür noch unbedingt einen Bulleit Rye kaufen. Bis ich aber alle meine Freunde und Bekannten auf der Messe abgeklappert hatte, war er leider ausverkauft.

Da war ich froh, dass ich ihn dann später bei Alexander & James entdeckt habe. Es gab ihn sogar in einem Geschenkpaket mit zwei passenden Gläsern und einem so wunderschönen lila Karton, für den ich noch eine kluge Verwendung suche, weil er mir zu schade zum Wegwerfen ist.

Jetzt war alles startklar für einen Whiskey Sour. Das Rezept hatte ich mir von einem der besten Bartender Deutschlands besorgt. Aktas Atalay, der sonst für die Schwarze Traube in Berlin mixt, habe ich bei einem Whiskey und BBQ-Event in München kennengelernt. Ganz geduldig hat er mir die Zutaten und die Mengen genannt, damit ich alles aufschreiben konnte. Beim Zuckersirup habe ich gestutzt, weil ich so ungern Zutaten kaufe, die ich dann nicht weiter verwerten kann. Mir ist als Alternative sofort der Läuterzucker eingefallen und das wurde vom großen Meister auch abgesegnet.





Whiskey Sour - ein Rezept von Aktas Atalay (mit einer kleinen Abweichung von mir):

5 cl Bulleit Rye
3 cl Zitronensaft
2 cl Läuterzucker

Und wie geht Läuterzucker? Ganz einfach: gleiche Menge Zucker mit Wasser aufkochen, abkühlen lassen fertig. In diesem Fall reicht auch eine sehr kleine Menge von 50 gr. Zucker und 50 ml Wasser.

Dienstag, 15. Juli 2014

Toller Auftakt beim Summer of Supper in Köln:
Stadt Land Food mit Sophia und Simone

Es war eine verrückte Idee, aber einer Laune folgend habe ich sofort zwei Tickets für die Auftakt-Veranstaltung des Summer of Supper im Kölner Marieneck gekauft. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch keine Ahnung, wie ich da hinkomme und wer mich für die zweite Karte begleiten wird.

Aber mal ganz auf Anfang: in Köln gibt es im Stadtteil Ehrenfeld eine Kochschule, das Marieneck. Die Väter der Supperclub-Reihe sind zwei begeisterte Anhänger spontaner kulinarischer Aktionen. Marco Kramer stellt dafür seine Kochschule zur Verfügung und Torsten Goffin kümmert sich um die Getränke des Abends. Die Köche sind keine Profis, sondern begeisterte Hobbyköche und Foodblogger. Ganz besonders ist es, dass da viele gute Faktoren zusammen gekommen sind und es nicht bei einen Supperclub-Abend bleibt. Die Begeisterung ist übergesprungen und während des Summer of Supper kann man sechs solche Veranstaltungen mit unterschiedlichen Menüs und Köchen erleben.

Wer jetzt genauso spontan ist wie ich, der kann hier Karten bestellen und sich auf einen tollen Abend freuen.

Den Auftakt machten letzten Samstag Sophia von Cucina Piccina und Simone von Pi mal Butter. Für mich war es Ehrensache, hier dabei zu sein. Mir macht der Austausch mit anderen Bloggern viel Freude und solche kulinarischen Veranstaltung sind etwas ganz besonderes. Sophia kannte ich schon länger persönlich und Simone wollte ich unbedingt einmal kennen lernen. Die Gelegenheit wollte ich außerdem nutzen und mich von jemand aus der Kölner Blogger-Szene begleiten lassen. Das hat nicht so gut geklappt, weil die noch schneller waren als ich und bereits alle Karten hatten. Kaum zu glauben, meine Begleitung kam dann auch aus München und wir fuhren gemütlich im Zug nach Köln. Zu meiner großen Freude hat sie auch noch wunderbare kleine Quiches für uns eingepackt und das kulinarische Abenteuer begann also gleich hinter dem Hauptbahnhof.

Kaum in Köln angekommen, führte uns der erste Weg in den Edeka-Markt von Fritz Zickuhr. Er berichtet über seine kulinarischen Abenteuer im Blog "Chef der Metzger hat gesagt". Dort trafen wir uns mit Maja von moey's kitchen und Bianca von Kleine feine Köstlichkeiten. Ich war ja schon vorher vom excellenten Sortiment überzeugt, da ich wusste, dass dort sogar Stein-Weine im Regal stehen. Aber auch Maja und Bianca entdeckten viel, was ihr Herz höher schlagen ließ. Der Supermarkt ist wirklich ein Paradies für Genießer und Hobbyköche. Leider drängte die Zeit und wir schafften gerade noch einen kleinen Aperitif bei Maja. Danach machten wir uns auf den Weg und ein kleiner Spaziergang durch Ehrenfeld führte uns ins Marieneck, wo sich schon ein Grüppchen begeisterter Genießer eingefunden hatte.



Das Küchenteam machte einen sehr entspannten Eindruck und hatte sogar Zeit, die Gäste persönlich zu begrüßen. Kein Wunder, bei der guten Vorbereitung. Alles sah sehr gut stukturiert aus und meine Vorfreude auf das Menü war schon sehr groß.


An den beiden schön gedeckten, langen Tafeln sassen wir bunt gemischt zusammen und hatten viel Gelegenheit uns gut zu unterhalten. Besser geht es doch nicht, in einer Gruppe Gleichgesinnter zu lachen, ratschen und essen. Die Stimmung war sehr entspannt und fröhlich.


Zum Amuse gab es Melonenkugeln, die mit Orange aromatisiert waren, dazu Fenchelkaramell und Culatello. Den Auftakt der wunderbaren Weinbegleitung machte ein Blanquette de Limoux.


Mit diesem besonderen Süppchen haben uns die beiden Köchinnen bereits lange vorher verführt. Sie veröffentlichten Fotos und das Rezept davon im Blog. Die Ajo Blanco mit geeisten Trauben und Pistazien war nicht nur optisch ein Highlight, auch geschmacklich war sie wunderbar. Dazu gab es einen spannenden Wein. Der Langhe Anas-Cetto hatte einen ungewöhnlichen, fast bitteren Geschmack im Nachgang. Zusammen mit dem Knoblauch der Suppe, war dieser wie weggeblasen und schmeckte perfekt dazu.


Der nächste Teller schaffte es, dass ein Raunen durch die Reihen der Gäste ging, so schön angerichtet war er. Hinter dem einfachen Namen Caprese heiß und kalt verbarg sich ein aromenreiches Tomatensorbet, geschmolzene Tomaten, Mozzarella, Aubergine, Basilikum und geröstete Brot-Chips. Nicht nur farblich passend war der Rosé Château les Valentines und es war mein erster Rosé-Wein aus einer Magnum-Flasche.


Der Hauptgang verzückte uns ebenfalls. Das Rumpsteak sous-vide mit geeistem Kichererbsenpüree und grünem Gemüse war eine weitere Steigerung in der Menüfolge. Großes Kompliment an die Sophia und Simone, die alle 30 Portionen in perfektem Gargrad und Temperatur an den Tisch brachten. Torsten hatte dazu einen Biskero Chianti Colli Senesi ausgewählt, den er leicht gekühlt servierte. Das war für mich die perfekte Ergänzung.


Zum süßen Finale bekamen wir Basilikum-Panna-Cotta mit Pfeffer-Erdbeeren und Balsamico. Sogar auf dem Foto kann man erkennen, dass das Panna-Cotta genau die richtige Menge Gelatine hatte und im Mund zerfloss. Im Glas wurde es ebenfalls süß mit einem Capofaro Malvasia.


Zwei strahlende Köchinnen, die den Applaus und die Begeisterung der Gäste mehr als verdient hatten. So aufwändig, die ganze Geschichte für mich war, ich habe sie keine Sekunde bereut. An dieses tolle Wochenende werde ich mich noch lange erinnern.

Wenn es nicht so weit wäre, würde ich gerne wieder am Tisch sitzen, wenn Nata von Pastasciutta und Joerg von Utecht schreibt das Menü Klüngel met Jemös zaubern.

Berichte der Kollegen:
Bernd von Chez Uli
Maja von moey's kitchen
Tina von Foodina
funtasty adventures
Lesen Leben Lachen
milesandmeat

Montag, 14. Juli 2014

Besuch bei der weißen Koludzka-Gans in Polen

Anfang Juli hatte ich die Gelegenheit an einer Studienreise nach Polen teilzunehmen. Im Rahmen eines EU-Projekts waren wir eingeladen uns über das QAFP-Siegel und die damit verbundene neue Qualität in der Geflügelbranche zu informieren.

Zu meiner großen Freude gehörten zu unserer bunt gemischten Reisegruppe aus Journalisten auch ein Küchenchef, ein deutscher Gänsezüchter und meine beiden Bloggerfreundinnen Astrid von Arthurs Tochter kocht und Petra von Der Mut Anderer.




Unser Programm startete kurz nach der Ankunft in Posen mit einer kleinen Stadtführung durch die Altstadt, die mit vielen schönen Geschichten zu den Sehenswürdigkeiten gespickt war. Und sie endete am Alten Markt, einem unbeschreiblich schönen Platz im Herzen der Stadt. Das goldene Abendlicht und der weiß-blaue Himmel (fast wie daheim) unterstrichen natürlich die Attraktivität der Atmosphäre.



Besonders positiv ist mir natürlich aufgefallen, dass es überall freien Internet-Zugang gibt, wenn man eine polnische Telefonnummer hat. Davon sind wir in Deutschland leider noch weit entfernt. Auch das WLAN im sehr attraktiven Hotel Andersia funktionierte perfekt. In dieser Qualität erlebe ich das selten auf unseren Reisen daheim.



Rund um den Platz gibt es viele Restaurants und Cafés, die alle eine Terasse haben. Die einheitlichen Sonnenschirme verleihen dem Platz einen hübschen Markt-Charakter. Überall waren fröhliche Menschen, die den lauen Sommerabend genossen. Posen ist keine Touristenstadt, trotzdem gibt es sehr viel junges und internationales Publikum, da jeder fünfte Einwohner Student ist.



Im Restaurant "Le Palais du Jardin", einem der besten Restaurants der Stadt, waren wir zum festlichen Abendessen eingeladen. Ich habe es sehr genossen, an diesem schönen Abend im Freien zu sitzen, die tolle Kulisse zu erleben und ein feines Menü zu essen. Aus der Menüauswahl entschied ich mich für:

  • Wildfasanbrühe mit Fasanenfleisch-Wan-Tans und jungen Steinpilzen
  • Hähnchenleber in einer Portwein-Orangen-Sauce
  • Hähnchenbrust vom Grill mit Mozzarella-Basilikum-Füllung, Tomatencreme und Nudeln
  • Eiscreme im Karamellkörbchen.


Am nächsten Tag mussten wir früh raus und es ging mit dem Bus nach Koluda ins Staatliche Forschungsinstitut / Versuchsbetrieb, die exklusiver Züchter der weißen Koludzka-Gans sind. Auf der Fahrt waren einige Störche zu sehen und es ist mir aufgefallen, wie anders dort die Felder aussehen. Es gibt viele kleine Felder mit unterschiedlichen Getreidesorten und Gemüseanbau. Zwischen dem Getreide blitzen jede Menge Korn- und Mohnblumen hervor und geben der Landschaft eine hübsche Farbe.


In Koluda Wielka wurden wir sehr herzlich mit selbstgebackenem Kuchen und aromatisiertem Wasser empfangen. Eigentlich ist es so doch viel attraktiver, als immer diese Flaschen und das leichte Zitronen- und Minzaroma schmeckt auch besser.

Wir lernten Frau Dr. Halina Bielińska, die stellvertretende Direktorin des Instituts kennen. Sie ist eine ausgezeichnete Spezialistin für die Zucht der Hafermastgans und leitet auch die nationale Gänseforschungs- und Zuchteinrichtung. In ihrem sehr interessanten Vortrag erläuterte sie, dass die weiße Koludzka-Gans aus der weißen italienischen Gans gezüchtet wurde, die 1962 aus Dänemark kam. Diese Gans war eine sog. primitive Gans und für die Zucht nicht besonders gut geeignet, da sie wenig Nachwuchs bekam.
Es dauerte 50 Jahre, bis die weiße Koludzka-Gans den Status als eigene Geflügelart bekam. Sie ist nicht nur für die Zucht sehr gut geeignet, sondern auch eine hervorragende Mastgans, die im Alter von über 100 Tagen geschlachtet wird.

Für die Gänse mit dem QAFP-Siegel gelten strenge Normen bezüglich ihrer Herkunft, ihrer Haltung, ihrer Fütterung und der Hafermast. Die Gänse des Instituts werden so gehalten und das Institut prüft andere Gänsezüchter, ob sie diese Regeln einhalten. Weitere Informationen über das QAFP-Siegel findet ihr auf dieser deutschsprachigen Webseite.


Anschließend ging es hinaus zu den Gänsen. Das Institut ist eine sehr großzügige Anlage, die mich an ein Gut erinnerte. Auf dem weitläufigen Gelände stehen mehrere Gebäude, in denen die 2.520 Gänse des Institus in kleinen Herden leben. Jeweils sechs Gänse-Damen und ein Gänserich teilen sich einen Stall. Im Inneren befinden sich die Brutkästen und im Aussenbereich gibt es auch ein Wasserbecken. Die Gänse dürfen auch auf die großen Wiesen. Das ist ein sehr schöner, fast altmodisch anmutender Anblick. Die friedliche Ruhe auf dem Areal und in der gesamten, sehr ländlich geprägten Gegend, war richtig wohltuend.


Auch das schönste Leben einer Gans dauert nicht ewig und die Tiere werden nach der Mast in einem Schlachthaus auf dem Grundstück geschlachtet. Die Mast erfolgt niemals unter Zwang. Das Futter wird in den richtigen Mengen bereit gestellt und die Gans frisst so viel sie will. Da die Gänse einer natürlichen Futtergier unterliegen nehmen sie auch reichlich, wenn viel da ist.


Im Hofladen des Institus kann man Gänseprodukte wie Gänseleberpastete, geräucherte Gänsebrust, eingemachtes Gänsefleisch und Wurst kaufen. Da auch Schafe gehalten werden, gibt es verschiedene Schafskäse und Schafsfrischkäse. In dem Moment haben wir drei Foodblogger-Damen uns natürlich nichts sehnsüchtiger gewünscht, als eine riesige Kühlbox. In unserer Verzweiflung kauften wir dann Nudeln, die mit Wachteleiern gemacht wurden.

Nach einem kleinen Abstecher beim Gänse-Denkmal ging es zurück in den Konferenzraum.



Dort war der Tisch schon reich gedeckt mit den Köstlichkeiten aus der Schafsmilch. Es gab zwei Sorten Frischkäse, von denen der eine so seidig und wunderbar im Geschmack war, dass ich am liebsten nochmal nachgenommen hätte. Auch der Hartkäse und der geräucherte Käse schmeckten mir sehr gut. Dazu wurde selbstgemachtes Preiselbeer-Kompott gereicht.

Gut, dass ich vorsichtig war, denn der Koch servierte nun eine sehr gehaltvolle Suppe. Es ist eine polnische Nationalspeise mit dem Namen Zurek und wird aus Sauerteig gemacht. Sie ist sehr sättigend und hat noch jede Menge Wurst- und Ei-Einlage. Geschmeckt hat sie ausgezeichnet, eine richtig gute selbstgemachte Brühe, völlig frei von Glutamat.

Nun wurde es Zeit für die Hauptdarstellerin: die Gans nach dem Rezept von Frau Dr. Halina Bielińska und sie wurde auch von ihr persönlich tranchiert. Beim ersten Anblick dachte ich, sie wäre etwas dunkel geraten. Aber nichts davon, sie war perfekt. Ich habe noch nie so eine gute Gans gegessen. Das Fleisch war ganz zart, das konnte man am Gaumen zerdrücken und sie war so gut gewürzt, dass der gute Fleischgeschmack optimal herauskam. Begleitet wurde sie von einem feinen Kartoffelpüree mit viel guter Butter und Dill und einem Blaukraut. Bei der Gans und dem Püree wurde ich schwach und habe mir nochmal eine kleine Portion genommen.



Als ob unsere Gastgeber es geahnt hätten, bekamen wir noch Nudeln, geräucherte Gänsebrust, Gänseleberpastete und zwei Sorten Schafskäse mit nach Hause. Die kamen nach unserer Rückfahrt mit dem Bus gleich in den Kühlschrank der Minibar und sind auch wunderbar im Koffer daheim angekommen. So konnte ich Herrn bushcook nicht nur viel erzählen und Fotos zeigen, sondern ihn auch noch teilhaben lassen an den feinen Köstlichkeiten.

Wer glaubt, dass nach so einem opulenten Mittagessen jetzt etwas kürzer getreten wird, der kennt die polnische Gastfreundschaft nicht.



In einem Konferenzraum des Hotels erwartete uns Tomasz Jakubiak, sozusagen der polnische Steffen Henssler. Er ist als Koch und kulinarischer Journalist in Polen durch seine Fernsehshows bekannt. Vor unseren Augen zauberte er mit seinem Assistenten unser Abend-Menü. Seine Spezialität ist es, klassische polnische Rezepte modern zu interpretieren. Dabei verwendet er gerne Obst in pikanten Gerichten.

Sein Menü bestand aus:

  • Gebratene Piroggen Großpolnische Art mit gebratener Ente, Birnensuppe und Sauerkirschen
  • Kaltschale aus geschmolzenen Tomaten und Koriander, Sanddorn-Pesto und Frischkäse
  • Hähnchenbrust mit Kohl-Pfifferlings-Gemüse und jungen Bratkartoffeln


Das Dessert steuerte der Küchenchef des Hauses bei. Ich habe mich für das Überraschungsdessert entschieden und würde es als dekonstruierte Philadelphia-Torte :-) bezeichnen.




Damit die geschätzten Gäste nach einem mehrgängigen Mittags- und Abendmenü auf keinen Fall verhungern, hatte die Küche des Hotels noch ein kleines Buffet vorbereitet.



Es gab kleine kalte Kanapees mit Ei und Kaviar, mit Salami und Oliven, mit Tatar aus Rinderlende, mit Hering und Apfel und warmes Fingerfood wie Pfannkuchen mit Gemüse und Schafskäse, Mini-Pizza, Pflaume im Speckmantel und Fleischbällchen.

Die Liebhaber von süßen Speisen kamen mit Kirschen in Schokolade, Empanadas mit Banane und einem weißen Schoko-Rum-Mousse nicht zu kurz.



Lange sind wir gesessen und haben uns ausgezeichnet unterhalten und viel gelacht. Die armen Service-Mitarbeiter des Hotels hatten schon Angst, dass wir niemals schlafen gehen. Irgendwann war dann doch Schluß. Auch wenn es keiner glaubt, am nächsten Tag hat uns das große und vielfältige Frühstücksbuffet wieder geschmeckt.

Wir drei Mädels fühlten uns jetzt wieder gestärkt, um das tolle Gebäude gegenüber dem Hotel zu erkunden. Eine alte Brauerei wurde von einer Investoren-Familie renoviert und in ein sehr chices Einkaufszentrum mit attraktiven Restaurants umgewandelt. In dem Gebäude gibt es auch Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen. Gleich dahinter schließt sich ein kleiner Park an, der zum Verweilen einlädt.



Ein kleiner Abstecher zum Marktplatz musste noch sein und dann ging es zurück zum Flughafen und nach Hause. Wir waren ein bisserl wehmütig beim Abschied, weil wir so herzlich aufgenommen wurden und wunderbare Tage in Polen verbracht haben.

Ganz besonders bedanken möchte ich mich bei den Organisatoren der Reise, Frau Gray und Herrn Blavius von icf, Frau Dr. Halina Bielińska und unserem liebenswürdigen und ständig simultan dolmetschenden Simultan-Dolmetscher Michal Scheuer.

Bald sollen in den Edeka- und Lidl-Märkte solche Gänse oder Gänseteile mit dem Siegel erhältlich sein. Ich werde Ausschau halten, weil ich sehr gerne so eine Gans selbst zubereiten möchte. Es wäre für mich wichtig, mich darauf verlassen zu können, dass ich kein steinhartes Fleisch bekomme. Gerade bei Gänsen besteht die Gefahr, dass sie - auch bei bester Zubereitung - hartes, zähes Fleisch haben. Mich haben die Gänseprodukte in Koluda Wielka überzeugt und ich würde mich freuen Gänsefleisch in dieser Qualität kaufen zu können.

Berichte der Kollegen:
Fotos eines polnischen Bloggers zu einem Blog-Event

Sonntag, 13. Juli 2014

Holger Stromberg - Das Kochbuch der Nationalmannschaft
Buchweizenkuchen

Von diesem Kuchen hat mir Holger Stromberg schon oft erzählt. Er backt ihn auch für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft, in der sich genauso Allergiker befinden, wie unter uns "Normalos". Meine Freude war also sehr groß, als ich das Rezept für diesen glutenfreien Kuchen im Kochbuch der Nationalmannschaft entdeckt habe. Und die Freude von Herrn bushcook war noch viel größer.

Das ist ein Rezept genau nach meinem Geschmack. Es geht blitzschnell, man braucht nicht unzählige verschiedene Zutaten, man kann gar nichts falsch machen und er schmeckt wirklich ganz fantastisch. Beim ersten Bissen habe ich mich sofort an den Nusskuchen meiner Mutter erinnert. Das war der aus dem Dr. Oetker-Backbuch, der ist eigentlich schon deutsches Kulturgut. So esse ich auch sehr gerne glutenfreien Kuchen. Er ist locker und leicht, dabei saftig und zerfällt nicht und ganz wichtig, er ist nicht schleimig. Glutenfreie Backwaren schmecken gerne mal schleimig und das hindert mich daran sie mit Genuss zu essen.

Den gibt es jetzt öfter und ich denke auch über eine Variante nach. Mich würde interessieren, wie er wird, wenn man die Haselnüsse mit Mandeln tauscht und mit Zitronenschale und/oder Saft aromatisiert.

Und ich drücke ganz fest die Daumen, dass Holger heute so einen Kuchen gebacken hat und es den nachher in der Kabine zur Belohnung gibt :-).




200 gr. Butter
200 gr. Rohrzucker
1 Prise Salz
5 Eier
200 gr. gemahlene Haselnüsse
200 gr. Buchweizenmehl
1 TL Backpulver
Puderzucker zum Bestäuben

Die Butter über Nacht aus dem Kühlschrank nehmen, damit sie weich wird. Eine Kastenform mit etwas Butter einfetten. Den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

Die Butter, das Salz und den Rohrzucker mit dem Hand-Rührgerät zu einer schaumigen Masse rühren. Anschließend die Eier einrühren. Dann nach und nach die Haselnüsse, das Buchweizenmehl sowie das Backpulver einrühren. Darauf achten, dass auch die Masse, die am Rand klebt eingearbeitet wird.

Den Teig in die gefettete Kastenform geben und bei 180 Grad ca. 55 Minuten backen. Nach 45 Minuten den Kuchen kontrollieren und bei Bedarf mit Alufolie abdecken, damit er nicht zu dunkel wird.

Den Buchweizenkuchen auskühlen lassen, aus der Form stürzen und mit Puderzucker bestäuben.




Eine Inspiration aus dem Kochbuch der Nationalmannschaft von Holger Stromberg
Hier findet Ihr die Rezension.

Samstag, 12. Juli 2014

Karlheinz Hauser - Geleewürfel, Passionsfrucht, Olivenöl

Zum Abschluss eines Menüs freue ich mich immer, wenn es nicht nur eine feine Pralinenauswahl, sondern auch Frucht-Gelees gibt. In Karlheinz Hausers neuem Kochbuch gibt es ein Rezept dafür mit Passionsfrucht und Olivenöl. Die Aromen-Kombination hat mich gleich gereizt.

Interessant für mich war auch die Zubereitung im Thermomix, da ich ihn wirklich nur zum Pürieren benutze und mich gerne in weitere Zubereitungen einarbeiten möchte.





125 gr. Passionsfruchtmark
150 gr. Isomalt
100 gr. Puderzucker
8 Blatt Gelatine
1 Vanilleschote
250 ml Olivenöl

Zucker
1 MSP Ascorbinsäure

Das Passionsfruchtmark mit Isomalt und Puderzucker im Thermomix bei 80 Grad auf Stufe 3 für 7 Minuten laufen lassen. Die Gelatine in der Zwischenzeit in kaltem Wasser einweichen und das Mark der Vanilleschote auskratzen.

Den Thermomix auf Stufe 5 schalten und das Vanillemark und die ausgedrückte Gelatine zugeben. Auf Stufe 3 schalten und das Olivenöl langsam zugeben. Die Masse in eine Schale geben und erstarren lassen.

Zucker mit etwas Ascorbinsäure vermischen. Die Geleemasse in Würfel schneiden und im Zucker wälzen.



Eine Inspiration aus dem Karlheinz Hauser Kochbuch.
Hier geht es zur Rezension.


Bei Doc Eva steht ein schönes Fest an, ihre Tochter heiratet. Da die beiden sich bei Topfgeldjäger wacker geschlagen haben, bin ich mir sicher, dass sie auch diese Geleewürfel gut im Griff haben werden. Eva hat um Portionsgrößen für 10 pax gebeten. Das Rezept reicht leicht für 40 Würfelchen und soll ja nur ein kleiner Genuss sein.

Donnerstag, 10. Juli 2014

Regional-Markt:
frische Lebensmittel aus dem Chiemgau für München

Mitten im Herzen Münchens haben wir uns getroffen, drei Münchner Foodblogger und Sebastian und  sein Kollege von Regional-Markt. Es war eine sehr nette Besprechung und wir haben viel gelacht. Die Jungs haben ein Konzept und ein Anliegen.

Sie haben ihre Liebe zu frischen, regionalen Produkten zum Beruf gemacht. Das Konzept ist bestechend einfach und logisch. Auf ihrer Homepage kann man die unterschiedlichsten Produkte von Bauern aus dem Chiemgau bestellen und bekommt alles frisch und gut gekühlt nach Hause geliefert. Das Liefergebiet ist das Stadtgebiet von München.

Ob wir Foodblogger das mal testen könnten? Ja, das testen wir gerne, sogar sehr gerne. Ich habe aus dem reichhaltigen Sortiment aus fast jeder Kategorie etwas ausgesucht. Besonders neugierig war ich natürlich auf Salat und Gemüse, da hier meine Messlatte sehr hoch liegt. Schließlich bin ich vom Bürogarten sehr verwöhnt.

Pünktlich zum vereinbarten Termin am Samstag Vormittag stand ein netter junger Mann vor mir und drückte mir zwei Tüten in die Hand. In einer großen Papiertüte waren Brot, Kohlrabi, Radieserl, Gurken und der Sirup. Käse und der Bratenaufstrich waren in einer kleinen Papiertüte, da sie während der Fahrt extra gekühlt wurden und kamen erst bei Ankunft in die große Papiertüte. Der Schnittsalat kam in einer kleinen Plastiktüte. Das gefällt mir schon mal gut; es gibt kaum Verpackungsmüll.


Auf dem Foto kann man schon die knackige Frische vom Gemüse erkennen. Voller Vorfreude bin ich mit den Schätzen in die Küche um ein kleines Mittagessen daraus zu machen. Ich habe es bewusst sehr einfach gehalten, damit ich Geschmack und Qualität der einzelnen Produkte erkennen konnte.

So gab es einfach zwei Scheiben Brot, die eine belegt mit dem Busserl Camembert, die andere bestrichen mit dem bayerischen Bratenaufstrich. Dazu eine Schüssel Salat mit Schnittsalat, Gurke, Radieserl und Kohlrabi und eine Mädesüß-Schorle aus dem Sirup.



Das war ein großartiges Mittagessen und schnell gemacht :-). Die Brote incl. Brotbeläge überzeugten sehr. Ich esse wenig Brot und bin da sehr wählerisch. Das Holzofenbrot war genau nach meinem Geschmack. Camembert ist mein Lieblingskäse und dieser war sehr fein und cremig. Der Bratenaufstrich ist gemein-gefährlich. Der schmeckt wirklich wie ein guter hausgemachter Schweinebraten auf Brot. Den habe ich nur bestellt, weil mir der Tellerschubser dringend dazu geraten hat. Ich prangere das an!

Der Schnittsalat war so frisch, dass er noch feuchte Schnittkanten hatte. Gurken, Radieserl und Kohlrabi bekomme ich auch aus dem Bürogarten. Wenn das dort nicht mehr geerntet werden kann, kaufe ich das in meinem Bio-Markt um die Ecke. Leider haben die Sachen dort nicht die gleiche Qualität und den gleichen guten Geschmack. Deshalb war ich besonders erfreut, dass die Lebensmittel vom Regional-Markt in Bürogarten-Qualität waren. Das konnte ich sehr gut testen, da ich an diesem Tag auch noch Salat und Radieserl von dort hatte.

Mich hat das Angebot voll überzeugt. Dass die Lieferung versandkostenfrei ist und auch zu den Abendstunden durchgeführt wird, ist ein weiterer Pluspunkt. Das war sicher nicht meine letzte Bestellung.

Wer es ebenfalls ausprobieren möchte, kann mir eine E-Mail schreiben und ich schicke Euch einen Gutschein-Code für 5.-- EUR. (Die E-Mail-Adresse verbirgt sich hinter dem grauen Button oben rechts.)


Was hat Petra von Der Mut Anderer bestellt und wie hat es ihr gefallen? Hier könnt Ihr die Antwort lesen.

Dienstag, 8. Juli 2014

Holger Stromberg - Das Kochbuch der Nationalmannschaft
Putenspiesse mit Gurken-Oliven-Salat

Heute drücken wir unseren Jungs im Halbfinale gegen Brasilien ganz fest die Daumen und vielleicht hat Holger Stromberg ihnen auch die Putenspiesse mit Gurken-Oliven-Salat vor dem Spiel serviert.

Das Schöne an diesem Gericht ist, dass man es schnell nach der Arbeit zubereiten kann oder vorbereiten für eine größere Runde fußball-verrückter Fans kurz vor dem Spiel. Die Kombination von Tomaten, Gurken, Oliven und Bohnen ist ungewöhnlich, schmeckt aber sehr gut und erfrischend. Besonders gut gefällt mir das Dressig. Die Basis aus Ingwer, Knoblauch und Chili habe ich schon ein paar Mal wieder mit Agaven-Dicksaft und Essig aufgefüllt. Mir gefällt es sehr gut auf ein selbstgemachtes Dressing im Kühlschrank zurückgreifen zu können.

Für die Putenspiesse bitte immer Bio-Pute kaufen, alles andere wäre wirklich kontra-produktiv für eine gesunde Ernährung. Mein Biomarkt hat wirklich tolles Fleisch, aber manchmal eine komische Art es in den Verkauf zu bringen. Ich konnte es leider nur als vorgeschnittene Streifen bekommen, deshalb waren sie auch so kurz. Ein Stück Putenbrust hätte ich bevorzugt und es dann lieber selber in schmale Streifen geschnitten.

Das Kochbuch der Nationalmannschaft von Holger Stromberg beschreibt das Braten in der Pfanne. Spontan habe ich mich dazu entschieden, die Spiesse auf dem Kontaktgrill zu garen. Das kann ich mir auch sehr gut vorstellen, für die hungrige Meute vor dem Fernseher. Wenn man das Dressing und die Marinade für das Fleisch bereits im Kühlschrank hat, schnell die Zutaten für den Salat fertig macht, dann kann in kurzer Zeit ein gutes und gesundes Essen für das Mitfiebern bei der WM in Brasilien auf dem Tisch stehen.



Marinade für die Pute:
2 EL Rapsöl
1 Stück Ingwer, daumengroß geschält und fein gewürfelt
2 Chilischoten, entkernt und fein gewürfelt
1 TL Currypulver
1/2 Limette
40 ml Fischsauce
40 ml Tamari
25 ml Agavendicksaft

Den Ingwer schälen und fein würfeln, die Chili halbieren, entkernen und in feine Streifen schneiden. Den Saft der Limette auspressen. Das Öl leicht erhitzen und Ingwer und Chili darin leicht anschwitzen. Dann das Currypulver kurz mitrösten und mit dem Limettensaft ablöschen. Fischsauce, Tamari und Agavendicksaft zugeben und alles gut verrühren. Die Marinade abkühlen lassen.


Putenspiesse mit Gurken-Oliven-Salat:
300 gr. Putenbrust
Schaschlik-Spiesse
1 Gurke
100 gr. Cocktailtomaten
50 gr. Kalamataoliven
3 EL weiße Bohnen aus der Dose
1 EL Olivenöl
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Dressing

Die Gurke schälen und längs vierteln. Das Kerngehäuse herausschneiden und die Gurke dann in schmale Stifte schneiden. Die Cocktailtomaten vierteln, die Oliven entsteinen und halbieren. Gurkenstifte, geviertelte Cocktailtomaten, halbierte Oliven und Bohnen in einer Schüssel mischen und mit dem Dressing und Olivenöl marinieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Putenbrust in 2 cm schmale Streifen schneiden und für 15 Minuten in die Marinade einlegen. Die Fleischstreifen wellenförmig auf die Holzspieße stecken und auf dem Kontaktgrill bei mittlerer Hitze braten.


Dressing:
25 gr. Agavendicksaft
50 ml Weißwein-Essig
1 Prise Meersalz
1 kleines Stück Ingwer geschält und in Scheiben geschnitten
2 kleine Knoblauchzehen geschält und grob geschnitten
1 Chilischoten entkernt und klein geschnitten

Den Ingwer schälen und in dünne Scheiben schneiden. Den Knoblauch schälen und grob würfeln. Die Chili halbieren, entkernen und in feine Streifen schneiden. Alle Zutaten in ein großes Einmachglas geben, verschließen und gut durchschütteln. Die Marinade ist sofort gebrauchsfertig - aber richtig gut erst nach ein paar Stunden. Im Kühlschrank wochenlang haltbar und griffbereit.

Zum Marinieren von Salat, das Dressing durch ein Sieb geben. Der verbliebene Rest kann mit Agavendicksaft, Essig und Salz wieder verwendet werden.





Eine Inspiration aus dem Kochbuch der Nationalmannschaft von Holger Stromberg.
Die Rezension findet Ihr hier.

Dazu gab es einen Collio Pinot Grigio aus dem Hause Pighin aus dem Friaul. Der trockene Weißwein ergänzt mit seinen blumig-fruchtigen Aromen sehr schön das Süße-Säure-Spiel des Salats. Auch zum Geflügelfleisch ist er ein feiner Begleiter.